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Störche gehören zu den Schreitvögeln, die mit 19 Arten überall auf der Welt verbreitet sind. In Europa lebt neben dem Weißstorch noch der seltenere Schwarzstorch. Weißstörche haben ein weiß-schwarzen Gefieder und rote Beine. Sie werden etwa 80 bis 100 cm groß, haben eine Flügelspannweite von bis zu 2 m und wiegen zwischen 2,6 und 4,4 kg. Jungstörche haben anfangs schwarze Schnäbel und bräunliche Beine, beides färbt sich erst im Lauf des ersten Lebensjahres richtig rot.

Verbreitung

 

Ursprünglich war der Weißstorch in Afrika heimisch. Erst später hat sich der Zug nach Europa für den Storch als vorteilhaft erwiesen. Im Zuge der Verwandlung der europäischen Wälder in Agrikulturlandschaften konnte hier eine ökologische Nische besetzt werden.

Weißstörche besiedeln offene und halboffene Landschaften. und brütet zumeist in menschlichen Siedlungen auf Gebäuden, Strommasten und Bäumen. Brutgebiete liegen vor allem im Norden und Osten Deutschlands, Polen, im Westen Russlands, Weißrussland, Ukraine, den Balkanstaaten und der Türkei (Ostzieher) sowie im Süden der Niederlande, im Südwesten Deutschlands, einige wenige in Frankreich und der Schweiz, in Spanien und Portugal sowie in Marokko, Algerien und Tunesien (Westzieher).

 

In Mitteleuropa sind die bevorzugten Lebensräume Fluss- und Bachauen sowie ausgedehnte feuchte Niederungen, die überwiegend als Grünland genutzt werden. Eine Unterart des europäischen Weißstorches, der Turkestanstorch (Ciconia, ciconia, asiatica), brütet im Zentralasien etwa zwischen Aralsee und Sinkiang im Westen Chinas.

Seit einigen Jahrzehnten entwickelt sich auch im Süden Südafrikas eine eine kleine Brutkolonie. In Deutschland hebt sich die Elbtalaue als das Verbreitungszentrum des Weißstorchs hervor. Bundesweit brüteten 2000 insgesamt 4282 Paare.

Die Nahrung

 

Als ausgesprochener Nahrungsopportunist nutzt der Weißstorch das ganze Spektrum an an Wirbellosen und kleineren Wirbeltieren. Seine Nahrungsgrundlage besteht aus Kleinsäuger wie Mäuse und Maulwürfe, Froschlurche, Eidechsen, Schlangen, Fische, große Insekten und ihre Larven, Regenwürmer und in Ausnahmefällen auch Eier und Junge von Bodenbrütern. Häufig vorkommende Beutetiere wie etwa die Feldmaus können Weißstörche bevorzugt aufnehmen. In Jahren mit hohen Feldmausdichten (Gradiationen) ist der Bruterfolg außerordentlich hoch.

Störche sind gute Indikatoren für die ökologische Qualität einer Kulturlandschaft. Um ihre Jungen zu ernähren, müssen Altstörche täglich etwa 4 kg Frösche, Heuschrecken und andere Kleintiere erjagen, das sind annähernd 5 Zentner pro Brutsaison. Reicht im Umkreis von 3 km das Nahrungsangebot nicht, verhungern die schwächsten Jungen und werden aus dem Nest gestoßen.

Nach der 7. Lebenswoche kann man die Jungstörche an ihren schwarzen Schnäbel noch gut von den Eltern unterscheiden. Erst mit dem Flüggewerden im Alter von etwa 9 Wochen werden diese langsam rot. Anfang Juli sieht man die Jungen auf den Nestern stehen und ihre Flugübungen machen. Kkurz vor dem Ausfliegen werden die Nestlinge weniger gefüttert und nehmen deshalb an Gewicht ab. Flügge Jungstörche kehren von der Nahrungssuche wieder zum Horst zurück und übernachten dort. Im Alter von 2? Monaten sind sie unabhängig. Im August, zwei Wochen vor den Altstörchen, fliegen die Jungvögel in Richtung Afrika, wo sie die ersten zwei bis drei Jahre leben. Erst wenn sie geschlechtsreif sind, kehren sie in die Brutgebiete zurück

Die Horste ...

 

... sind aufgebaut mit einem Unterbau von dicken Ästen und darüber Zweigen, Gras, Erde und Mist freistehend auf hohen Gebäuden, Türmen, Schornsteinen und Bäumen. Auch Kunsthorste werden angenommen.

 

Die mächtigen Horste werden jahrzehntelang bewohnt und können durch jährliche Ausbesserungen und Hinzufügen von Nistmaterial zu einem imposanten Bauwerk von 90-200 cm Höhe und einem Gewicht von nicht selten 1000 kg werden.


Zur Brautwerbung gehört ein ritualisierter Schreittanz. Die Paarung ist besonders für das Männchen ein akrobatisch anmutender Balance-Akt.


Die Gelege umfassen 3-5 Eier, der Schlupf erfolgt nach 33-34 Tagen, die Nestlingsdauer beträgt 54-63 Tage. Bis zur 4. Woche ist ein Elternteil ständig am Nest. Das von den Altvögeln im Schlund herangetragene Futter und Wasser wird in die Nestmitte erbrochen. Beide Altvögel teilen sich die Betreuung der Jungen, die erst den Horst verlassen, wenn sie richtig fliegen können.


Die Jungtiere brechen auch früher zu ihrem Flug ins Winterquartier auf, allein ihrer genetischen Information folgend. Heimkehren werden sie erst mit 4-5 Jahren bei Eintritt der Fortpflanzungsreife. Nach Besetzen eines Horstes, meistens in heimatlicher Umgebung, wird der Storch dem Nistplatz bedingungsloser die Treue halten, als dem Partner.

Weißstorchenzug

 

Mit ihren mehr als zwei Meter Flügelspannweite legen die ca. 80 cm großen Weißstörche und Kraniche Strecken von bis zu 1500 Kilometern pro Tag zurück. Die maximale, bisher beobachtete Höhe liegt bei 4.500 Metern. Störche fliegen bis zu 500 Kilometern täglich, bei einem Durchschnittstempo von 50 Kilometern in der Stunde. Sie können aber durchaus Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometer in der Stunde erreichen

 

Um die Aufwinde des Landes nutzen zu können, umfliegen die europäischen Störche  das Mittelmeer. Es gibt für sie zwei Zugrouten auf dem Weg nach Süden

Die "Zugscheide" der europäischen Weißstörche verläuft von Holland zum Südwestfuß des Harzes und von dort nach Bayern bis zum Alpenfuß. Störche, die südlich und westlich dieser Zugscheide brüten, ziehen über die Westroute, die Vögel nördlich und östlich der Linie benutzen die östliche Zugroute. Zu beiden Seiten der Zugscheide existiert ein mehr oder weniger breites "Zugscheiden - Mischgebiet", aus dem Störche in wechselnder Häufigkeit in beide Richtungen abziehen können.

Die Westzieher ziehen über die Straße von Gibraltar  Durch Marokko gelangen die sie nach Mauretanien, überfliegen die Wüstengebiete der westlichen Sahara und
erreichen schließlich ihre Überwinterungsgebiete in den Savannen bzw. in der
Sahelzone südlich der Sahara zwischen Senegal, Kamerun und dem Tschad. Ihre wichtigsten Winterquartiere sind das Senegaltal und - delta, das Niger-Binnendelta in Mali und das Tschadbecken in Niger und Nigeria. In den letzten Jahren beobachtete man, dass ein großer Teil der Westzieher bereits in Spanien überwintert. Auch die in Nordafrika brütenden Weißstörche überwintern in Westafrika. Marokkanische Brutvögel überqueren entweder die westliche Sahara zusammen mit den europäischen Störchen, oder sie orientieren sich mehr nach Osten und überfliegen die zentrale Sahara zusammen mit den algerischen Brutvögeln.

Die Ostzieher fliegen über den Bosporus in das mittlere und östliche Afrika, einige sogar bis ins 10.000 km entfernte Südafrika. Fast 75 Prozent der in Deutschland brütenden Weißstörche wählen für ihren Zug in die Überwinterungsgebiete eine östliche Route.

Ungefähr acht bis fünfzehn Wochen sind die Zugvögel unterwegs. Zwischendurch nutzen sie Rastgebiete an der Müritz und in der Senne, in Spanien sowie in Ungarn, der Türkei oder Israel. Trittsteinbiotope heißen diese Rastgebiete.

Der wichtigste Lebensraum der Störche in Afrika sind die Savannen, in denen sie zwischen Giraffen, Elefanten und Zebras nach Nahrung jagen. Meist erbeuten sie Heuschrecken und Insekten, in den Sumpfgebieten sind Frösche und Fisch ihre bevorzugten Jagdobjekte. In Südafrika haben die Störche Luzernefelder als perfekte Nahrungsquelle entdeckt. Dort verspeisen sie die in Massen auftretenden Raupen des Luzerneschmetterlings und helfen damit den ansässigen Bauern auf natürliche Weise bei der Schädlingsbekämpfung.

In seinen Durchzug und Überwinterungsgebieten ist der Weißstorch verschiedenen Herausfordernden ausgesetzt wie etwa die Beeinträchtigung von Nahrungsgrundlagen durch  Veränderungen in  der Landnutzung oder durch Pestizidvergiftungen.

Wenn die Tiere im März und April aus ihren Überwinterungsgebieten zurückkehren, suchen sie immer wieder ihr angestammtes Nest auf. Deshalb finden sich häufig die gleichen Partner wieder zusammen.

Gefahren

 

Die Gefahren während des Zuges sind vielfältig:

 

Tödliche Kollisionen und Stomschlag an Freileitungen ...

... führen zu hohen Verlusten. Mit fast 70 Prozent aller Unfälle steht der Tod an Stromtrassen an erster Stelle. Besonders häufig sind dabei Jungstörche betroffen, die nicht selten bereits während der ersten Übungsflüge in der Nähe ihres Nestes verunglücken.

Eigentlich müsste kein Vogel mehr durch Strom sterben, denn es gibt für alle Arten des Stromtransports vogelsichere Alternativen. Doch noch immer mangelt es an der Umsetzung. Auch in Deutschland sind nach wie 350.000 Strommasten ungesichert.  Bestände von Adlern, Milanen, Eulen und Störchen sind dadurch ernsthaft bedroht.

Aus dem Kongress "Stromtod von Vögeln", den die Bundesarbeitsgemeinschaft Stromtod (Nabu) zusammen mit dem LBV Bayern im Jahr 2006 veranstaltet hat, ist mit Unterstützung von Euronatur und mehreren Umweltschutzorganisationen ein umfassender und faktenreicher Wegweiser entstanden. Dieser soll dazu beitragen, das Thema Stromtod von Vögeln baldmöglichst Vergangenheit werden zu lassen. Das Buch richtet sich an alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit dem Vogelschutz an Freileitungen befassen.

Das Buch können Sie im Euronatur-Service-Shop bestellen

 

Jagd und Industrialisierung der Landwirtschaft

In Spanien kommen jedes Jahr zahlreiche der Großvögel um, weil sie aus den innen glatten und oben offenen Wasserbehältern nicht mehr heraus können.

In Südwesteuropa fallen - EU-Vogelschutzrichtlinie und gesetzlichen Regelungen zum Trotz - viele Störche Jägern zum Opfer. Oft werden ganze Storchenschwärme mit Schnellfeuergewehren und anderen Schusswaffen vom Himmel geholt. Untersuchungen haben ergeben, dass der Verfolgung durch den Menschen insgesamt etwa drei bis fünf Prozent der Weißstörche das Leben kostet.

Auf Müllplätzen, auf denen Störche nach Nahrung suchen, verenden viele der Vögel an den Folgen von Verletzungen und Vergiftungen.  Vor allem in Afrika werden bei uns längst verbotene Pflanzenschutzmittel wie DDT und Lindan in großen Mengen eingesetzt, um Schädlinge, wie zum Beispiel Wanderheuschrecken zu bekämpfen.

Für alle Zugvögel gilt, dass sie auf ihrer langen Reise auf sichere Rastplätze angewiesen sind. Sie benötigen intakte Feuchtgebiete und Wälder, die ihnen unterwegs Insekten oder Beeren zur Stärkung und ungestörte Ruheplätze bieten. Doch gerade die extrem produktiven Seen-, Auen- und Flusslandschaften werden immer seltener. Der Erhalt unserer Zugvogelarten ist ganz entscheidend von einem europaweiten Netz solcher ökologischer Bausteine abhängig. Aber der enorme Flächenverbrauch durch Siedlungen und Verkehr lässt immer mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen verschwinden. Auch die Zugvögel werden langfristig nur überleben können, wenn die Zersiedelung der Landschaft gebremst wird.

Da vielerorts die Rast- und Nahrungsplätze durch landwirtschaftliche Intensivierung zerstört wurden, finden die ziehenden Störche häufig keine Nahrung und verhungern oder sind für den Weiterflug zu geschwächt.

Viele Störche werden jedes Jahr auch Opfer von übermäßigem Einsatz von Pestiziden, z.B. gegen die Wanderheuschrecken, die eine wichtige Nahrungsgrundlage während des Fluges und im Winterquartier bilden; das Fressen derart vergifteter Insekten führt dann zu akuten oder chronischen Schäden bei den Vögeln.

Auch Klimawandel und Ausbreitung der Wüsten wirken sich negativ auf den Storchenzug aus. 

Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die Verlustes während des Zuges und in den Winterquartieren nicht die Hauptursache für den dramatischen Rückgang des Weißstorches in Deutschland sind. Viel entscheidender wirkt sich die Zerstörung der Lebensgrundlagen in den Brutgebieten aus.

Der Weißstorch in verschiedenen Ländern

Polen :: Türkei :: Israel  Kenia

 

 

Zukunftsfähigkeit des Weißstorches

 

Der Weißstorch ist in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als eine gefährdete Art verzeichnet. Er besiedelt offene und halboffene Landschaften, die man in Mitteleuropa in den Flußauen und Niederungen mit feuchten Wiesen und Weiden findet. Nur wo feuchte Wiesen und Weiden auch wirklich noch feucht sind, wo man Teiche, Tümpel und Weiher findet, in den Flussniederungen noch regelmäßige Überschwemmungen stattfinden und staunasse Bereiche das ganze Jahr existieren, finden Störche genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs. Diese Nahrungsflächen müssen außerdem genügend groß sein -  man rechnet mit etwa 200 ha für eine Storchenfamilie - und sie müssen in der Nähe der Brutplätze liegen.

Durch Entwässerung der Auen und Intensivierung der Landwirtschaft gehen die Nahrungsgründe des Storchs verloren. Seit Beginn des 20. Jahrhundert wurden zwei Drittel der Feuchtgebiete trockengelegt. Dies führt zu einem verringerten Bruterfolg. Konnte man 1934 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland noch rund 9.000 Weißstorchenpaare zählen, so blieben bei einer Bestandserhebung 1988 noch 2.949 Brutpaaren übrig. Seitdem hat sich der Storchenbestand im Lande wieder erholt. 1994 zählte man wieder 4155 Brutpaare, 2000 waren es dann sogar 4.422. 2002 brüteten 4.197 Weißstorchenpaare in Deutschland (NABU, BAG Weißstorchenschutz, 2003)

 

Auch die weltweite Situation des Weißstorches hat sich verbessert: Zählungen ergaben, dass das Vorkommen von 136.000 (1984) auf rund 166.000 Brutpaare angestiegen ist. In Westeuropa haben bessere Überwinterungsbedingungen in Westafrika zu dieser Bestandserholung geführt. Für die Oststörche nimmt man an, dass eine weniger intensive Landwirtschaft als Folge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs der osteuropäischen Staaten zu verbesserten Lebensbedingungen für den Weißstorch führte.


Um den Bestand langfristig stabil zu halten, müssen durchschnittlich wenigstens zwei Jungstörche pro Elternpaar im Jahr flügge werden. Im Westen Deutschlands wird diese Zahl immer noch unterschritten. In den naturnahen Auen der östlichen Bundesländern ist der Bruterfolg hingegen höher.

 

 

Mehr Infos und  die aktuellen Bestandszahlen auf den folgenden NABU Webseiten

Nationale Bestandsdaten

Internationale Bestandsdaten

2004 war ein erfolgreiches Storchenjahr

Die folgenden Faktoren gefährden den Bestand der Weißstörche:

 

 

  • Lebensraumverlust im Brutgebiet durch Gewässerausbau und -regulierung. Trockenlegung von Niederungen, Fluss- und Bachauen, Intensivierung der Grünlandnutzung, Grünlandumbruch

  • direkte Verluste im Brutgebiet durch Unfälle an elektrischen Leitungen und Masten

  • Lebensraumverlust und Klimaänderungen im Winterquartier und den Durchzuggebieten

  • direkte Verluste auf dem Zug und im Winterquartier durch Unfälle an elektrischen Leitungen und Masten sowie durch Bejagung

Was tun?!

 

Zugvogel-Patenschaft

Um sich für den Weißstorch einzusetzen, bietet der NABU die Möglichkeit Zugvogel-Pate zu werden! Durch die "Zugvogelpost" werden die Paten regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen im Weißstorchschutz informiert. Nähere Informationen sind bei Frau Ulrike Maas, NABU-Bundesgeschäftsstelle, 53223 Bonn, Tel. 0228/4036-131, E-Mail: Ulrike.Maas ad NABU.de erhältlich.

 

Vom NABU wurde mit finanzieller Unterstützung der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz ein detaillierter Aktionsplan zum Schutze des Weißstorches in Deutschland vorgelegt. Darin werden bestimmte Schwerpunkte gekennzeichnet und konkrete Schutzmaßnehmen vorgeschlagen.

 

Aktionsplan zum Schutze des Weißstorches

  • Erhaltung bzw. Renaturierung der Bach- und Flussauen, sowie der Niederungen, Widerherstellung bzw. Erhalt der naturnahen Hochwasserdynamik und Beibehaltung einer extensiven Grünlandnutzung

  •  Erhalt und Neuanlage von Grünland, Förderung er extensiven Grünlandnutzung, insbesondere der Weidewirtschaft

  • Storchenfreundlich essen

Wer beim Kauf von Rindfleisch darauf achtet, dass dieses aus extensiver Weidehaltung stammt, tut damit indirekt auch etwas für den Storchenschutz. Dadurch wird der Erhalt von extensivem Grünland unterstützt, das für das Überleben des Weißstorchs besonders wichtig ist.

  • Internationaler Storchenschutz im Rahmen des AEWA Abkommens

Ende der 80er Jahre sollte für den Schutz des Weißstorches ein eigenes internationales Abkommen erarbeitet werden. Aufgrund der zunehmenden Kritik an einer Inflation solcher Verträge, die von den Verwaltungen, wissenschaftlichen Einrichtungen und NGO nicht mehr zu überblicken waren, entschied die für das Weißstorch-Abkommen federführende Dienststelle der EU-Kommission, den Schutz des Weißstorches in das Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel, AEWA einzugliedern. Am 16. Juni 1995 hatten Repräsentanten von 66 Staaten in Den Haag, Niederlande dieses bislang umfassendste Abkommen unterzeichnet. 172 Vogelarten,  die zumindest in einem Teil ihres Jahreszyklus von Feuchtgebieten abhängig sind, darunter Störche, Kraniche, Pelikane, Flamingos, Enten und Gänse, sollen im Genuss von international abgestimmten Artenschutzmaßnehmen kommen.

 

Die 117 Arealstaaten (einschließlich der EU) liegen in Europa, Teilen Asiens und Nordamerikas, im Mittleren Osten und in Afrika. Insgesamt erstreckt sich das Abkommen über einen geographischen Bereich, der von der Arktis zwischen den kanadischen Neufundland-Inseln und der sbirischen Halbinsel Taymir bis zur Südspitze Afrikas reicht und 40 % der Landfläche unseres Globus umfasst.

Wird fortgesetzt...

Quelle: "Die Konvention zur Erhaltung der Wandernden Wildlebenden Tierarten (Bonner Konvention) - Ein Überblick von Arnulf Müller-Helmbrecht (Bonn)

 

Von Sendern geortet: Storchenzug vom  Gülper See  bis Südafrika

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