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Fabelhafte Störche

 

Storchenlyrik

Storch in der Bibel

Das Märchen von Kalif Storch

Ein Elch fliegt mit  Weiß- und Schwarzstorch nach Afrika

 

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Störche in Religionen, Kultur und Geschichte

Ein Elch in Afrika

 

In Masuren, das liegt in Polen, wo es herrliche Seen und große Wälder gibt, lebte ein riesiger Elch. Die Schaufeln seines Geweihs waren so groß wie Wagenräder und alle Tiere sprachen voller Hochachtung von ihm. In seiner Nähe hatte auf einer alten Scheune ein weißes Storchenpaar ein Nest gebaut.

Versteckt am Seerand auf einem großen Baum nistete ein schwarzes Storchenpaar. Der Elch, der jeden Morgen im See sein Bad nahm, sah dort die weißen und die schwarzen Störche nach Fröschen suchen. Er wunderte sich, dass es den gleichen Vogel in schwarz und weiß gab. Als eines Tages die Störche wieder in seiner Nähe waren und sie sich alle fröhlich begrüßt hatten, fragte er sie ganz einfach, warum sie in zwei Farben vorhanden waren. Beide Störche lachten und erzählten ihm eine spannende Geschichte.

Jeden Herbst flogen sie nach Afrika um von dort dann erst im Frühjahr wiederzukommen. Dort in Afrika, genauer gesagt in Kenia, als dort der liebe Gott die ersten Menschen erschuf, mochte er nicht nur eine Farbe. Die Welt war so schön bunt geworden und so schuf er schwarze, braune, weiße und viele andere Menschen. Die schwarzen Mütter sollten sich natürlich nicht über den weißen Storch erschrecken und die weißen Mütter über den schwarzen Storch, wenn sie die Babys bei den Müttern anlieferten. So schuf Gott einen schwarzen und einen weißen Storch. Ob er auch noch Störche in anderen Farben geschaffen hatte, das wussten die beiden Störche nicht. Da es aber in Europa nicht so viele schwarze Menschen gibt sind hier auch nur wenige schwarze Störche aber dafür viele weiße Störche vorhanden.

Die Störche konnten jedoch im Winter wegen der großen Kälte nicht hier bleiben und so sprachen sie mit den Müttern. Da alle Mütter ein gutes Herz haben, halfen sie den Störchen, indem sie ihre Babys ab diesem Zeitpunkt selbst auf die Welt brachten. So konnten die Störche im Herbst fröhlich nach Afrika fliegen. Wenn ihr im Sommer zu einem Storchennest hoch schaut und die Störche fröhlich mit ihren langen Schnäbeln klappern ist irgendwo ein ganz liebes Kind auf die Welt gekommen.

Die beiden Störche schwärmten auf jeden Fall so von Afrika, dass der Elch immer neugieriger wurde und sich bei jedem Treffen am See neue Erlebnisse von dort berichten ließ. Eines Tages fehlte plötzlich der schwarze Storch und sie erfuhren erst nach einiger Zeit, dass er verunglückt war. Er war bei einem starken Gewitter abgestürzt und hatte sich einen Flügel gebrochen. Er konnte nicht mehr fliegen und der Elch und der weiße Storch waren darüber sehr traurig.

Sie überlegten lange, wie sie ihm helfen konnten und plötzlich hatte der weiße Storch eine Idee. Warum kommst du nicht einfach mit uns nach Afrika? Der schwarze Storch könnte mit dir reisen und so käme er zurück in sein geliebtes Afrika und du würdest dort alle anderen Tiere kennen lernen, von denen wir dir erzählt haben. Als sich der Elch die Sache überlegte, gefiel ihm diese Idee von Tag zu Tag besser und da er keine Familie mehr hatte, stimmte er dem Plan zu.

So machten sich die drei Freunde auf den weiten Weg. Der schwarze Storch saß auf dem riesigen Elch und der weiße Storch flog hoch am Himmel über ihnen und wies ihnen den Weg. Wenn sie in die Nähe der Städte kamen, erschraken viele Menschen vor dem Elch und seinem riesigen Geweih und manche Städte nahmen dieses Geweih in ihr Stadtwappen auf. Dort könnt ihr es noch heute bewundern und ihr wisst dann, dass die drei Freunde da entlang gekommen sind.

Die Drei wanderten Tag für Tag und Woche für Woche, durch Europa südwärts, dann zum Bosporus. Da der Elch ein guter Schwimmer war, schaffte er die Meerenge spielend. Durch Kleinasien Richtung Süden ging dann ihr Weg. Als sie endlich Ägypten hinter sich gelassen hatten, lag das Afrika vor ihnen, von dem die beiden Störche geschwärmt hatten.

Alle Tiere denen sie dort begegneten waren erstaunt über den Riesenelch mit seinem noch größeren Geweih. Selbst die Elefanten zollten ihm großen Respekt und boten ihm ihre Freundschaft an. Bald wurde er von allen Tieren wegen seiner Weisheit zum obersten Richter der Tiere ernannt. Ihm gefiel es dort so gut, dass er mit seinen Freunden in Afrika blieb und nicht mehr in das kalte Europa zurückkehrte und falls ihr einmal nach Afrika kommt, könnt ihr vielleicht dort noch alle antreffen.

 

Der Fuchs und der Storch (Griechenland)

Einmal lud der Storch den Fuchs zum Mittagessen ein. Er nahm einen Krug Milch, stellte ihn auf einen Stein, tauchte seinen Schnabel hinein und trank die Milch. Als er seinen Schnabel herauszog, um Luft zu holen, fielen ein paar Milchtropfen auf die Erde. Der Fuchs leckte sie auf.

Als der Storch genug Milch getrunken hatte, fragte er den Fuchs: «Hast du deine
Milch getrunken, Bruderherz? Hast du deinen Anteil gehabt?»

«Ja», sagte der Fuchs, «und ich möchte, dass du morgen mein Gast bist und mit mir isst.»

Wie besprochen, trafen sie sich am nächsten Tag sehr früh an einem mit Steinen übersäten Platz. Nun war der Fuchs an der Reihe, einen Krug Milch zu bringen. Er brachte ihn zu einem Stein und schlug ihn dagegen. Der Krug zerbrach, und die Milch lief über den Stein. Der Fuchs leckte die Milch auf, während der Storch leer ausging.

Dann fragte ihn der Fuchs: «Nun, mein Bruder, hast du deine Milch getrunken?
Hast du deinen Anteil bekommen?» «Ach, mein lieber Bruder, du hast mich
übertölpelt.» «Ich habe dir nur das zurückgegeben, mein Bruder, was du mir gegeben hast.»