Future-on-Wings e.V.

WARUM AUF SCHWINGEN?

 

 

Beweggründe für die Entwicklung

zukunftsfähiger Nord-Süd-Ost-West-Beziehungen

 

Artenschwund :: Biokost ::  Baumwolle ::  steigender Energieverbrauch  ::  Ernährungssicherheit :: Fleischverzehr:: Giftverzehr :: Gesundheit ! :: Klimawandel :: Naturverbrauch :: Entwaldung ::  Ölverbrauch :: Tourismus :: Überfischung :: Überfluss :: Wasser :: Wohlstandsverteilung ::  Flächenverbrauch :: Ökologie der Meere ::  Gewalt :: Konzentration von Macht :: Menschenwürde :: Ihr Vorschlag für eine Ergänzung

Zukunftsfähigkeit braucht Verallgemeinerung ...

... der Pflicht, die Regenerationsfähigkeit genutzter Naturressourcen zu garantieren.

 

Inhalt:

Verlust von Böden und Feuchtgebieten :: Waldverlust ::

Flächenfraß/Versiegelung/Erosion :: Wasserkrise :: Verwüstung der Meere :: Artenschwund

FUTURE LINKS

Natur- und Umweltschutz

 

Entwaldung

 

Seit dem Erdgipfel 1992 in Rio sind weitere 1,8 Millionen Quadratkilometer Urwald vernichtet worden. Das entspricht ungefähr einer Fläche von der Ausdehnung West- und Mitteleuropas.

Quelle: Greenpace Faltblatt Rettet die letzten urwälder 9/2004 

 

"Das menschliche Talent, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch jenes übertroffen, ihn zu zerstören."

Theodor Heuss, Bundespräsident

 

 

"Wenn die Wälder weiterhin mit der gleichen Rate zerstört werden, kostet uns das bis zum Jahre 2050 6 Prozent des  jährlichen Weltsozialproduktes"

Pavan Sukhdev 

(Sukhdev ist bei der Deutschen Bank

für globale Märkte zuständig)

 

Jedes Jahr finanzieren Regierungen mit Milliarden-Subventionen Umweltzerstörung.

Allein in Deutschland gehen pro Tag rund 100 Hektar naturnaher Flächen verloren. Oft ist der Naturfraß staatlich subventioniert. Energiehungrige Schneekanonen, Straßen durch Naturschutzgebiete, Pestizid intensive Agrarfabriken - in umweltschädliche Projekte fließen laut UN-Berechnungen weltweit pro Jahr bis zu 1,5 Billionen Dollar Subventionen. Der Dachverband der deutschen Umwelt- und Naturschutzorganisationen DNR fordert: "Subventionen müssen streng an ökologische und soziale Kriterien geknüpft werden. Mindestens die Hälfte aller Subventionen muss gestoppt werden, in einigen Bereichen wie dem Agrarsektor sogar weit mehr." Der DNR empfiehlt als einen der ersten Schritte, Subventionen zu befristen. Dann könnte der Staat regelmäßig überprüfen, ob die geförderten Projekte noch mit dem Schutz der Umwelt im Einklang stehen. Außerdem verlangt der Verband von den Regierungen mehr Transparenz.

Taz vom 30.4. 2008

Austrocknung

Seit 1900 gingen die Hälfte der weltweiten Feuchtgebiete verloren.

(Le Monde Diplomatique März 2005)

Die Ethanolmaiskatastrope

Im Mittleren Westen der USA gedeihen rund 40 Prozent der Weltproduktion von Mais.  Jahrelang sinkende Getreidepreise und steigende Produktionskosten hatten hier zu einer rigorosen Konzentration des Landbesitzes geführt. Nur wer jeden Dollar in neue Flächen investierte, überlebte. Hunderttausende mussten aufgeben. Die daraus erwachsene Überschussproduktion führte schon in den 70er Jahren zum - staatlich geförderten - Aufbau von Ethanolfabriken. 40 Jahre später bescherte die Klimadiskussion der Biokraftstoffproduktion nun einen wahren Boom. In den fünf Jahren vor 2007 hatte sich der Teil der in die Ethanolproduktion gehende Ernte verdreifacht. Nach dem Willen der Bushregierung soll die hier erzeugte Menge Ethanol auf rund 110 Millionen Tonnen verfünffacht werden.

So wird der monokulturelle Anbau der durstigen Pflanzen noch ausgeweitet, für den das Grundwasser schon seit Jahrzehnten übernutzt wird und dem bereits heute jährlich 6,5 Tonnen Mutterboden pro Hektar Anbaufläche zum Opfer fallen. In der Folge muss der Einsatz chemischer Dünger weiter erhöht werden, und noch mehr Rückstände des Kunstdüngers gelangen in den den Mississippi und von dort in den Golf von Mexiko. 

Viele Farmer verzichten nun sogar auf einen Fruchtwechsel und riskieren dabei den Verlust von  Bodenfruchtbarkeit. Dabei sind Öko- und Energiebilanz verheerend. Die Verwendung von Mineraldünger und Pestiziden, der Betrieb von Landmaschinen und der zur Destillation benötigten Heizanlagen schlucken bereits vier Fünftel des gesamten Energieertrags. Darüber hinaus setzt der chemisch erzeugte Dünger hohe Mengen Distickstoffmonoxid (Lachgas) frei, ein Treibhausgas, das rund 300-mal wirksamer ist, als ist als Kohlendioxid. 

Quelle: Schumann/Grefe Der Globale Countdown S. 285 - 286

Ein  Viertel des landwirtschaftlich genutzten Bodens ist von Erosion betroffen

Schätzungsweise  50 Prozent der globalen Landfläche wurden durch menschlichen Einfluss verändert, auf 23 Prozent der nutzbaren Landfläche geht die Bodenproduktivität zurück. Bodenerosion aufgrund menschlicher Aktivitäten betrifft derzeit  weltweit 25 Prozent des Bodens. Das entspricht der Fläche der USA plus Mexikos.

(Le Monde Diplomatique März 2005)

Alarmierender Verlust

von Wiesen und Weiden

Zwischen 2003 und 2007 ist der Grünlandanteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 5,02 Millionen auf 4,87 Millionen Hektar zurückgegangen, also um 3,1 Prozent. Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vermelden mittlerweile deutlich über fünf Prozent Grünlandverlust.

Aus Naturschutzsicht ist diese Entwicklung dramatisch, denn Wiesen und Weiden sind in der Regel artenreicher und damit für den Erhalt der biologischen Vielfalt wertvoller als Ackerland.

Aktuelle Erhebungen belegen, dass Wiesenbrüter wie Kiebitz, Braunkehlchen oder Wiesenpieper in jüngster Zeit erneut deutliche Bestandsrückgänge erlitten haben. Das Grünland wird entweder zu Ackerland umgebrochen, oder in intensives, artenarmes Silagegras umgewandelt.

Der NABU fordert die Schaffung von Förderprogrammen zur Weidehaltung von Rindern, die Erhöhung der Prämien für eine extensive Grünlandnutzung sowie die Umsetzung eines konkreten Umbruchverbots.

Quelle NABU Website Sept. 08

Alle fünf bis sechs Jahren gehen eine Millionen Hektar Nutzflächen der verloren

Durch Erosion, Versalzung, Austrocknung oder Versiegelung verschwinden jährlich zwischen fünf und sieben Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche - alle fünf bis sechs Jahre eine Fläche von der Größe Deutschlands. So wurden in den vergangenen 20 Jahren mindestens eine Million Quadratkilometer zerstört – eine Fläche so groß wie Deutschland, Frankreich, die Benelux-Staaten, Österreich und die Schweiz zusammen.

Mehr Menschen, weniger Boden

Der dramatische Verlust an Boden wird fast ausschließlich durch Eingriffe des Menschen verursacht: Abholzung und Überweidung, zu intensive Ackernutzung, industrielle Aktivitäten und die Anlage von Siedlungen und Verkehrsflächen.

Neue Flächen?

Nur etwa elf Prozent der Erdoberfläche sind momentan landwirtschaftlich nutzbar. Bisher nicht bewirtschaftete Ersatzflächen ist zum größten Teil bewaldet. Die Erschließung neuer Flächen ist mit immer größeren ökologischen Risiken verbunden. Da sich die Hektarerträge nicht beliebig steigern lassen und die Weltbevölkerung weiter wächst, scheinen globale Nahrungsprobleme auf lange Sicht realistisch.

 

Vertrocknet und versalzen

In manchen Ländern der früheren Sowjetunion sind mehr als ein Viertel aller bewässerten Flächen versalzt. In vielen Regionen hat das zur Folge, dass auch das Trinkwasser gefährdet ist. In China sind derzeit etwa 24.000 Ortschaften von fortschreitender Versandung bedroht. Stürme tragen pestizid- und düngemittelhaltigen Staub und Sand kilometerweit in menschliche Siedlungen – und bewirken eine Zunahme an Erkrankungen der die Atemwegs-, Haut- und Darmerkrankungen.

 

Nachhaltig wirtschaften

Bodenzerstörung richtet in den betroffenen Regionen hohe volkswirtschaftliche Schäden an und verursacht gewaltige soziale Kosten. Wo die Fruchtbarkeit der Böden nachlässt, nehmen Landflucht, Armut und Hunger zu. Deshalb müssen die Landwirtschaftsflächen vor Wind- und Wassererosion, vor chemischer Zerstörung und Überbauung besser geschützt werden.

 

Quelle: Welthungerhilfe http://www.welthungerhilfe.de/992.html (18.5.08)

Übernutzung durch Industrialisierung

Einem Bericht des Weltagrarrates IAASTD zufolge führen zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft und mangelnde Ausbildung und Forschung für nachhaltige Landbaumethoden zur Übernutzung von natürlichen Ressourcen und das Auslaugen vieler Böden. Radikale Veränderungen seien erforderlich, heißt es in der Studie, die von 54 Ländern unterstützt wird.

Quelle: Biofach-Newsletter Nr. 170 vom 02.05.2008

 

Flächenverbrauch

 

Nach den Zahlen des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden liegt der tägliche Flächenverbrauch allein in Deutschland bei rund 120 ha. Das entspricht mehr als der Hälfte Berlins pro Jahr oder etwa 175 Fußballfeldern pro Tag. Das Ziel der Bundesregierung den Verlust an unversiegelter Fläche bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag zu verringern, wird nur durch einschneidende Veränderungen in der flächenintensiven Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zu erreichen sein.

 

Quelle: Vogelruf.de 17.10.05