Future-on-Wings e.V.  

WARUM AUF SCHWINGEN?

 

 

Beweggründe für die Entwicklung

zukunftsfähiger Nord-Süd-Ost-West-Beziehungen

 

Auswirkung des Klimawandels auf Vögel

 

Artenschwund ::  Baumwolle ::  Energieverbrauch  ::  Ernährungssicherheit :: Fleischverzehr

Giftverzehr :: Gesundheit ! :: Klimawandel :: Naturverbrauch :: Ölverbrauch :: Tourismus ::

Überfischung :: Überfluss :: Wasser :: Wohlstandsverteilung ::  Flächenverbrauch :: Ökologie der Meere

Gewalt :: Konzentration von Macht :: Ihr Vorschlag für eine Ergänzung

Zukunftsfähige Entwicklung ist Entwicklung der Fähigkeit, historische Sackgassen gemeinsam entdecken und überwinden zu können.

Wohin AUF SCHWINGEN? 

In eine welche Richtung geht es zum fabelhaften "Kontinent Zukunft"?

 

Wir wissen nur eines:

 

Alle Menschen sollen die Dinge erreichen können, die sie brauchen, damit sie sich wohl fühlen können, ohne dass Menschen und ihre Naturumwelt dadurch verarmen und deren Zukunftsaussichten zunichte gemacht werden müssten. 

 

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Quelle wenn nicht anders angegeben:

Worldwatch-Institute: Zur Lage der Welt - Die Welt des Konsums 2004, deutsch:, Heinrich Böllstiftung und Verlag Westfälisches Dampfboot,

Münster 2004 (ZLdW)

Gemeinsamer "Kontinent" Zukunft?

Der Weißstorch als Entdecker Europas

Als in Europa die Wälder urbar gemacht wurden, entdeckten die einstmals afrikanischen Weißstörche diesen "neuen Kontinent" für sich als Brutgebiet und entwickelten sich zu Zugvögel.  

Doch seit immer mehr Wiesen trocken gelegt, Flüsse begradigt wurden, seit Kunstdünger den Nahrungsgrundlagen der Störche zu schaffen macht und die Menschen ihre Kulturpflanzen mit Gift schützten, ist für den Storch die Zeit der blühenden Landschaften vorbei.

Die Globalisierung ...

Die menschliche "Entdeckung neuer Kontinente" war von Beginn an zwiespältig: Kolonien wurden erobert und die hier Einheimischen gezwungen, Rohstoffe und landwirtschaftliche Güter zu liefern. Immer noch sehen sich die meisten aus den Kolonien hervorgegangenen Länder genötigt, diese Rolle zu spielen.

... der Kehrseiten!

Doch heute steht auch für die, die auf der "Sonnenseite" unseres Globus leben, eine Sonne, die "ohn' Unterlass scheint",  nicht mehr für eine "leuchtende Zukunft" sondern für den Horror globaler Erderwärmung.

Sich aufzuschwingen ...

... ist  mühselig. Störche könnten davon ein Lied klappern. Doch nach heftigem Flügelschlagen nehmen sie den warmen Aufwind unter ihren Fittichen, der sie von nun an mühelos zu  neuen Nahrungsgründen trägt. 

Ungefiederte Zweibeiner müssen auch den Aufwind selbst entfachen, der sie zu einer besseren Zukunft für alle trägt. Wind um die Dinge zu machen, mit denen wir uns um eine gute Zukunft bringen, ist eine unverzichtbare  Voraussetzung für den Genuss der schönen Aussichten auf den gemeinsamen "Kontinent" Zukunftsfähigkeit.

Wohlstandsverteilung

Überblick

Zukunft kommt auch ohne eigenes Zutun.  Allerdings werden sie mit schönen Aussichten auf neue Nahrungsgründe belohnt.

 

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1964 gaben private Haushalte weltweit 4,8 Billionen Dollar für Waren und Dienstleistungen aus. 2000 waren es 20 Billionen Dollar (gerechnet jeweils im Dollarkurs von 1995).

(S. )

Die 12 % der Menschen, die in Nordamerika und Westeuropa leben, bestreiten 60 % , das in Südasien und in Afrika südlich der Sahara lebende Drittel der Menschheit  bestreitet 3,2 % der weltweiten Ausgaben für den privaten Konsum.

(S.)

 

Anteil an weltweiten privaten Ausgaben für Konsum

Anteil an der Weltbevölkerung

(Angaben jeweils in %)

USA und Kanada

31,5

 5,2

Westeuropa

28,7

6,4

Ostasien und Pazifik

21,4

32,9

Lateinamerika und Karibik

6,7

8,5

Osteuropa und Zentralasien

3,3

7,9

Südasien

2,0

22,4

Australien und Neuseeland

1,5

 0,4

Mittlerer Osten und Nordafrika

 1,4

4,1

Afrika südlich der Sahara

1,2

10,9

 

Überfischung

Überblick

 

 

In den letzten 50 Jahren haben industrielle Fangflotten mindestens 90 % aller großen Meeresraubfischbestände abgefischt:  Thunfisch, Speerfisch, Haie, Kabeljau, Heilbutt, Rochen und Flunder.  Riesige Trawler kratzen mit  gigantischen Schleppnetzen die Meeresböden ab. Langleinenboote ziehen Leinen hinter sich her, die bis zu einer Länge von über 100 km mit Haken und Köder bestückt sind. Die Abfischung der großen Raubfisch ließ die Populationen der kleinen Fischarten nur vorübergehend wachsen.

Beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg unterzeichneten 192 Staaten ein Abkommen zur Erholung der Fischbestände bis 2015 "wo dies möglich ist". Das Abkommen ist allerdings nicht bindend.  (S. 157) 

In den letzten 50 Jahren ging die Artenvielfalt von Thun-, Schwert- und anderen Großfischen je nach Region, zwischen 20 und 50 Prozent zurück. Der Grund dafür ist nach einer Studie der kanadischen Dalhousie University die Überfischung. Das kanadische Forschungsteam hält die Einrichtung von Meeresschutzzonen für unerlässlich. (vista verde news  4.7.05)

Nach Angaben der FAO ist derzeit mehr als ein Viertel aller Fischbestände in ihrem Bestand  gefährdet. Weitere 50 Prozent werden am biologischen Limit befischt. Man schätzt, dass sich der weltweite Fischbestand zwischen den 1970er Jahren und Ende der 1990er Jahre  nahezu halbiert hat.

 

(Le Monde Diplomatique März 2005)

 

 

 

 

Artenschwund

Überblick

Mehr als ein Drittel der in Deutschland beheimateten Säugetier- und Vogelarten sind in ihrem Bestand gefährdet, jede achte Säugetierart bereits ausgestorben oder verschollen. Auch bei den Pflanzen ist bereits fast jede dritte Art gefährdet. Ursachen für die Gefährdung sind der Verlust des Lebensraumes, die Zerstörung von Standorten und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung.

 

(vista verde news  4.7.05)

Rund 2000 der weltweit 10 000 Vogelarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Im Jahre 2005 sind 175 Vogelarten dazu gekommen. Außer die Jagd - in Europa werden in jedem Jahr mehr als  100 Millionen Wildvögel abgeschossen - sind die Gründe eine Landwirtschaft mit ihrer radikalen Unkrautvernichtung, aber auch Verkehr, Tourismus und Abholzung von Wäldern.

Quelle: Berliner Zeitung, vom 13.8.2006

Seit Jahren ist zu beobachten, dass die Zahl der Frösche und anderen Amphibien kontinuierlich und weltweit zurückgeht. Es wurden viele Vermutungen über dieses Verschwinden angestellt. So dachte man beispielsweise, dass es sich um eine Seuche (Viren oder Pilze) handeln könnte, andere meinten, es könnte mit verstärkter ultravioletter Strahlung zusammen hängen, die Kaulquappen nicht aushalten. Der Biologe Rick Relyea hat nun mit seinem Team von der University of Pittsburg zeigen können, dass das globale Froschsterben möglicherweise mit dem Herbizid Roundup, das weltweit am meisten verwendet wird, zusammen hängen könnte. Bislang war man davon ausgegangen, dass es für Amphibien unschädlich ist.

Das Herbizid, das vom Konzern Monsanto vertrieben und auch in Verbindung mit resistenten genveränderten Pflanzen angeboten wird, ist für Kaulquappen hochgiftig.

Roundup ist zwar nicht für die Anwendung im Wasser zugelassen, aber das Herbizid kann sich durch unbeabsichtigtes Versprühen auch in kleinen Feuchtarealen ansammeln, in denen Kaulquappen heranwachsen. Für ausgewachsene Frösche ist das Herbizid, das auch Gartenbesitzer zur Bekämpfung von Unkraut einsetzen, ebenso gefährlich. Wird die von Monsanto empfohlene Menge verwendet, sterben bis zu 86 Prozent der Frösche, die sich auf dem Trockenen aufhalten, innerhalb eines Tages.

Das überraschendste Ergebnis aus den Experimenten ist, dass eine Chemikalie, die entwickelt wurde, um Pflanzen zu abzutöten, innerhalb von drei Wochen 98 Prozent aller Kaulquappen und innerhalb von einem Tag 79 Prozent aller Frösche tötete.

Frühere Untersuchungen hatten bereits ergeben, dass nicht das aktive Herbizid Glyphosat in Roundup die Amphibien tötet, sondern der Wirkstoff Tallowamin, der hinzugefügt wird, damit das Herbizid in die Blätter der Pflanzen eindringt. Glyphosat, das sich biologisch abbauen soll, ist für viele Pflanzen toxisch, angeblich aber nicht für Tiere und den Menschen.

Die wissenschaftliche Studie rief natürlich sofort die Kritik von Monsanto hervor, schließlich handelt es bei Roundup, das seit 1974 auf dem Markt ist, um das profitabelste Produkt des Konzerns. Zudem ist es eng verknüpft mit dem von Monsanto entwickelten genveränderten Nutzpflanzen. Versprochen wird mit dem Anbau von genveränderten Pflanzen, die ein Bakteriengen enthalten, das sie gegen Roundup schützt, dass weniger Herbizide als beim Anbau konventioneller Sorten angewendet werden müssten. Beobachtet wurde allerdings auch bereits, dass manche "Unkräuter" gegen Roundup resistent wurden und es dann doch wieder vermehrt eingesetzt werden muss oder gar nicht mehr hilft.

Monsanto wendet gegen die Studie ein, sie sei nicht unter "realistischen" Bedingungen erfolgt. So sei Roundup eben nicht für die Anwendung über Wasser vorgesehen, dafür gebe es andere, spezifische Produkte. Allerdings heißt es in einem Flyer von Monsanto: "Keine Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern". Das muss doch wohl so verstanden werden, dass auch unbeabsichtigtes Versprühen auf eine Wasserfläche unbedenklich sein soll. Relyea entgegnet denn auch, dass er untersucht habe, wie unbeabsichtigtes oder nicht vermeidbares Versprühen über eine Wasserfläche von 1.000 Liter wirkt.

Quelle: http://www.amphibienschutz.de/

 

Fleischverzehr

Überblick

Future Links Nahrung

 

 

Die weltweite Fleischproduktion hat sich seit 1950 verfünffacht. Industrielle Produktionssysteme liefern heute weltweit 74% des Geflügels, 50% des Schweinefleisches, 43% des Rindfleisches und 68% der Eier. In Asien wächst der Schlachtviehbestand derzeit am raschesten, gefolgt von Lateinamerika und der Karibik. (S. 162)     

Die Erzeugung einer Kalorie aus Rindfleisch erfordert 33 % mehr Energieinput aus fossilen Brennstoffen als eine Kalorie Energie aus Kartoffeln (S. 163)

Durch eine Mahlzeit mit einem großen Anteil an Fleisch und importierten Zutaten wird neunmal soviel Kohlendioxid emittiert wie für ein vegetarisches Essen mit Zutaten aus der Region. (S.158)

Zur Erzeugung einer Kalorie Rinder-, Schweine- oder Geflügelfleisch sind 11 bis 17 Kalorien Futter notwendig.  (S. 163)

Zur Erzeugung eines halben Pfundes Rindfleisch sind 25.000 Liter Wasser nötig. (S. 163)

 

95 % der weltweiten Sojabohnenernte wird von Tieren  konsumiert (S. 163)

In Brasilien ist die Zahl der Rinder allein zwischen 1990 und 2000 von 26 auf 57 Millionen gestiegen. Die dabei aus Regenwald in Weideland verwandelte Fläche ist zweimal so groß wie Portugal. Größter Fleischabnehmer ist die EU. Der Anteil der EU am Kauf brasilianischen Rindfleisches stieg zwischen 1990 und 2001 von 40 auf 74 Prozent. 

Quelle: Rettet den Regenwald e.V. http://www.regenwald.org/rdr_neu/presseberichte.php (26.01.2006 21:34)

In den USA erhalten Rinder, Schweine und Geflügel 70 % aller keimtötenden (antibiotischen) Medikamente

(S. 163)

 

 

 

 

 

Überfluss

Überblick

Ein immer größerer Teil der Konsumausgaben wird für Dinge ausgegeben, die über die Befriedigung von Grundbedürfnissen hinaus dem Komfort oder Spaß am Leben dienen. Mancher "Luxuskonsum" ist allerdings fragwürdig wie etwa der von Süßigkeiten oder Limonade. Oder er wird zum "Wohlstandsüberschuss", wenn wir dies mit dem in Beziehung setzten, was für das Erreichen einer Grundbedürfnisbefriedigung für alle Menschen zu tun wäre.

(Tabelle: S. 48)

 

Produkte

Jährliche Ausgaben

Soziales oder wirtschaftliches Ziel

Erforderliche Summe zur Erreichung des Ziels

Make-up

$ 18 Mrd.

Gesundheitsvorsorge für alle Frauen

 $ 12,0 Mrd.

Tiernahrung in Europa und den USA

$ 17 Mrd.

Beseitigung von Hunger und Unterernährung

 $ 19  Mrd.

Parfüms

$ 15 Mrd.

Weltweite Alphabetisierung

 $   5  Mrd.

Kreuzfahrten

$ 14 Mrd.

Weltweit sauberes Trinkwasser

 $ 10  Mrd

Eiskrem in Europa

$ 11 Mrd.

Schutzimpfung für jedes Kind

 $  1,3 Mrd.

 

In Deutschland verdreifachte sich in den letzten 10 bis 15 Jahren die Zahl übergewichtiger Kinder im Schulanfangsalter. Inzwischen sind etwa jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche zu dick.

 

(Taz, 30.Sept. 04, S. 7) 

 

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren in Deutschland im Jahr 2003 rund die Hälfte aller Bürger zu dick. 13 % hatten nach Definition der Weltgesundheitsorganisation starkes Übergewicht

(Tagesspiegel vom 5. Februar 2005)

In den USA schleppen  heute zwei Drittel der Bevölkerung zu viele Pfunde mit sich herum, ein Viertel gilt als fettleibig. 2003 kostete die Fettleibigkeit seiner Bürger der US-amerikanischen Gesellschaft 75 Milliarden Dollar.

 

(Tagesspiegel vom 5.Februar 2005)

In Westeuropa wird die  Zahl der Todesfälle infolge von Fettleibigkeit auf 200.000 geschätzt. In den USA starben bis zur Jahrtausendwende ca. 400.000 Menschen an den Folgen ihres Übergewichts.

 

(Taz, 2./3. Okt. 2004)

Naturverbrauch

Überblick

 

 

 

Seit 1900 gingen die Hälfte der weltweiten Feuchtgebiete verloren.

 

(Le Monde Diplomatique März 2005)

Schätzungsweise  50 Prozent der globalen Landfläche wurden durch menschlichen Einfluss verändert, auf 23 Prozent der nutzbaren Landfläche geht die Bodenproduktivität zurück. Bodenerosion aufgrund menschlicher Aktivitäten betrifft derzeit  weltweit 25 Prozent des Bodens. Das entspricht der Fläche der USA plus Mexikos.

 

(Le Monde Diplomatique März 2005)

Im Verlaufe der Menschheitsgeschichte hat sich die Waldfläche von 6 Milliarden auf 3,9 Milliarden Hektar reduziert. In 29 Ländern gingen seit dem 16. Jahrhundert mehr als 90 Prozent des Waldes verloren. In den 1990er Jahren nah die Waldfläche weltweit um 4,2 Prozent. In den  reichen  Industrieländern waren 2001 ein Fünftel der untersuchten Baumkronen geschädigt.

 

(Le Monde Diplomatique März 2005)

Jede Minute verliert der Amazonas-Regenwald eine Fläche von sieben Fußballfeldern

 

(Vista Verde News 4.8.05)

 

Seit 1945 wurde die Hälfte der Regenwälder vernichtet

Quelle:  Freitag, 01.07.2005 Torsten Engelbrecht

In Südostasien fressen sich unerbittlich mehrere 1.000  Quadratkilometer große Palmöl-Plantagen in die Wälder - mitfinanziert mit Krediten von deutschen Banken und abgesichert durch staatliche Hermes-Bürgschaften Deutschlands. Das Palmöl gelangt in Kosmetika oder Lebensmittel, die vor allem in den reichen Ländern konsumiert werden.

Quelle: Rettet den Regenwald e.V. http://www.regenwald.org/rdr_neu/presseberichte.php (26.01.2006 21:34)

In Brasilien ist die Zahl der Rinder allein zwischen 1990 und 2000 von 26 auf 57 Millionen gestiegen. Die dabei aus Regenwald in Weideland verwandelte Fläche ist zweimal so groß wie Portugal. Größter Fleischabnehmer ist die EU. Der Anteil der EU am Kauf brasilianischen Rindfleisches stieg zwischen 1990 und 2001 von 40 auf 74 Prozent. 

Quelle: Rettet den Regenwald e.V. http://www.regenwald.org/rdr_neu/presseberichte.php (26.01.2006 21:34)

   

Man schätzt, dass mindestens 65 % der Bevölkerung Afrikas unter den Folgen von Landverödung zu leiden haben. In Afrika südlich der Sahara gehen Jahr für Jahr mindestens drei Prozent des landwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukts infolge von Boden- und Nahrungsmittelverlusten verloren. 

 

Quelle: Batho Pele - Die Menschen zuerst 00/00

Die Produktion von Papier ist für 50 Prozent der weltweiten Abholzungen von Wäldern verantwortlich. Immer mehr intakte Ökosysteme werden in Zellstoff-Monokulturen umgewandelt. Einheimische Tiere und Pflanzen finden in solchen "grünen Wüsten" keinen Lebensraum mehr. Oft verlieren auch Menschen ihren Lebens- bzw. Wirtschaftsraum. Für die deutsche Papier- und Zellstoffproduktion werden jährlich weltweit 590.000 Hektar Wald gerodet. Das entspricht der doppelten Fläche des Saarlandes. Deutschland importiert Papier und Zellstoff aus 130 Ländern, nur sechs Prozent des in Deutschland verbrauchten Zellstoffs stammt aus dem Inland. Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA) und Urgewald fordern die privaten Haushalte und  Großverbraucher in Deutschland auf, den Papierverbrauch zu halbieren und wieder mehr Recyclingpapier zu nutzen. Seit seinem Boom in den 80er Jahren ist der Verbrauch von Recyclingpapier in Deutschland um 80 Prozent zurück gegangen.

 

Quelle: Taz vom 25. 1. 2006

 

Flächenverbrauch

 

Nach den Zahlen des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden liegt der tägliche Flächenverbrauch allein in Deutschland bei rund 120 ha. Das entspricht mehr als der Hälfte Berlins pro Jahr oder etwa 175 Fußballfeldern pro Tag. Das Ziel der Bundesregierung den Verlust an unversiegelter Fläche bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag zu verringern, wird nur durch einschneidende Veränderungen in der flächenintensiven Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zu erreichen sein.

 

Quelle: Vogelruf.de 17.10.05

Gesundheit!

Überblick

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der HIV-Neuinfektionenin Deutschland im ersten Halbjahr 2005 um ein Fünftel gestiegen. Immer mehr Medikamente verführen offenbar zu Unvorsicht und Selbstüberschätzung.

 

Quelle: taz 6.10.05

Wie ihre amerikanischen Kollegen werden auch die deutschen Arbeitnehmer zunehmend dicker, kümmern sich weniger um ihre Fitness, rauchen immer noch und trinken viel zu viel. Sie geraten deshalb schneller in Stress und werden so insgesamt anfälliger für das, was wir gerne als Wohlstandskrankheiten bezeichnen. Erkrankungen etwa wie Typ-2-Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen wie Asthma, Krebs, Schlaganfälle, Depressionen und allgemeiner Konzentrationsmangel.

 

(...)  Obwohl die Deutschen nicht ganz so dick sind wie die Amerikaner, von denen man rund ein Drittel als stark übergewichtig bezeichnen kann, schließt Deutschland hier sehr schnell auf. Jeder fünfte Arbeitnehmer hat mittlerweile Übergewicht. Deutsche gehören zu den dicksten Menschen in ganz Europa. Im Gegensatz dazu ist die Quote der Übergewichtigen in Japan und Korea nur 3,2 Prozent.

 

Quelle: Handelsblatt Nr. 047 vom 07.03.06 Seite 11, 07.03.2006

Im Jahre 2003 waren 25 der Menschen in Deutschland Raucher, in den USA waren es in dem Jahr 17 Prozent.

 

Quelle: Handelsblatt Nr. 047 vom 07.03.06 Seite 11, 07.03.2006

Depressionen sind eine Ursache dafür, dass sieben Prozent der Arbeitnehmer früher in Rente gehen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für psychische Erkrankungen auf mehr als 2,5 Milliarden Euro allein an Produktionsausfällen.

 

Quelle: Handelsblatt Nr. 047 vom 07.03.06 Seite 11, 07.03.2006

Die Gesundheitskosten steigen derzeit in den USA um 14 Prozent im Jahr auf die Summe von 1,7 Billionen Dollar. Das sind 15,3 Prozent des Bruttosozialprodukts. Große Unternehmen wie General Motors fürchten, dass die explodierenden Gesundheitskosten ernsthaft ihr operatives Geschäft in den nächsten Jahren gefährden könnten. GM bezahlt zurzeit 1525 US-Dollar allein für Gesundheitskosten pro produziertes Auto, mehr als für den verarbeiteten Stahl pro Wagen.

 

Quelle: Handelsblatt Nr. 047 vom 07.03.06 Seite 11, 07.03.2006

Gewalt

Überblick

Zehn Millionen Kinder leiden weltweit unter Kriegsfolgen, über vier Millionen sind verstümmelt oder behindert, mehr als 200.000 wurden als Kindersoldaten missbraucht. Weitere 15 Millionen schlagen sich als Flüchtlingskinder durch.

 

Quelle: Brot für die Welt /Kinderausstellung 20.510.05

Sexuelle Gewalt ist dasjenige Verbrechen, das weltweit am stärksten zunimmt. Und Vergewaltiger haben von allen Straftätern die besten Chancen, ohne eine wirksame Strafe davon zu kommen. In Südafrika geht es bei der Hälfte aller Prozesse um Vergewaltigungsfälle. Die Bestrafungsquote liegt bei 7 Prozent. Das ist allerdings höher als in Großbritannien, wo diese Quote 5 Prozent beträgt.

 

Quelle: Le Monde Diplomatique Oktober 2005.

"In Kambodscha ist die Beteiligung an einer Gruppenvergewaltigung bei männlichen Jugendcliquen der Unter- und Mittelschicht geradezu die Norm. [...] Sie sehen überhaupt nichts Schlimmes an ihrem Verhalten und sprechen auch ganz offen über ihre Beteiligung. [...] Ihr Verständnis von Männlichkeit ist eng verknüpft mit der Vorstellung von häufiger sexueller Aktivität. [...] Viele der beteiligten Männer glauben, dass man ihnen ihr Verhalten aufgrund ihrer sozialen Stellung durchgehen lässt. Sie sehen ihre Opfer als minderwertige Wesen." 

 

Aus einem Bericht des Wissenschaftlers, Duke Barup, der im Auftrag der Vereinigung Gender und Developement for Cambodia (GAD/C) Kambodscha bereist hatte. Quelle: Le Monde Diplomatique Oktober 2005

Nach einer Studie der südafrikanischen Forschungsgruppe CIET gilt in Südafrika die Vergewaltigung einer Person, "die man kennt" nicht als Sexuelle Gewalt. Mehr als 25 Prozent der Jugendlichen meinten, dass "die Mädchen es mögen, vergewaltigt zu werden". 11 Prozent der Jungen und 4 Prozent der Mädchen behaupteten, schon einmal jemanden zum Sex gezwungen zu haben. 66 Prozent der Jungen und fast 75 Prozent der Mädchen waren selbst schon zu sexuellen Handlungen gezwungen worden.

In Kapstadts Groothe-Schuur-Klinik für Vergewaltigungsopfer schätzt man, dass 75 Prozent der sexuellen Übergriffe Gruppenvergewaltigungen sind.  

 

Quelle: Le Monde Diplomatique Oktober 2005. Die erwähnte Studie wurde im  British Medicin Journali, Oktober 2004  veröffentlicht. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter knapp 300 000 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren an 1418 südafrikanischen Schulen.

Ökologie der Meere

Überblick

Aufgrund lang anhaltender Sommerhitze explosionsartig anwachsende Blaualgen haben zu Badeverboten in Seen und zuletzt am Strand von Travemünde an der Ostsee geführt. Was für Badende nur unangenehm ist, bedroht die Tierwelt existenziell. Die Algenteppiche und der Abbau verblühter Algen auf dem Ostseeboden entziehen dem Meerwasser Sauerstoff. Schon jetzt sind fast alle Tiefenzonen der Ostsee ökologisch tot.

Blaualgen sind Cyanobakterien. Ihren Namen verdanken sie der Blausäure, die sie enthalten. Ihr Wachstum wird durch die in der industrialisierten  Landwirtschaft eingesetzten Düngemittel forciert, die über die Flüsse in die Ostsee gelangen. 

Die von den Blaualgen abgesonderten Giftstoffe  können sogar Wasservögel töten. Der Sauerstoffentzug betrifft Fische, Krebse, Seepocken und Miesmuscheln, die eine reinigende Funktion im Wasser erfüllen. Sie sind zusätzlich durch grünbraune Fadenalgen gefährdet, die sich ebenfalls stark vermehrt haben. Fadenalgen legen sich wie Tücher über die Muschelbänke und ersticken sie.

Häufig folgt der Blaualgenpest eine Quallenplage. Zu viele Quallen  fressen zu viele junge Fische und Kleinlebewesen. Das kein einem gefährdeten Ökosystem den Rest geben.

Quelle: Taz vom 10.08.06

 
 

Wird fortgesetzt ....