Future-on-Wings e.V.  

WARUM AUF SCHWINGEN?

 

Beweggründe für die Entwicklung

zukunftsfähiger Nord-Süd-Ost-West - Beziehungen

 

 

Gefährliche Übermacht

 

Angetastete Menschenwürde  :: Artenschwund :: BAUMWOLLE MACHT PROBLEME ::  Ausbeutung von Kinderarbeit :: steigender Energieverbrauch :: übermäßiger Fleischverzehr :: Skandal Hunger und Unterernährung  :: Giftverzehr ::  Gesundheitsgefährdung :: Verkehrschaos  ::  Gewalt :: Erderwärmung :: ungehemmter Naturverbrauch ::Tourismus ohne Einsicht :: Überfluss :: gefährliche Übermacht :: Verwüstung der Meere :: Wasserkrise :: Ungleiches Nachfragevermögen ::  ungleiche Entwicklungschancen

 

Das Kapital fließt den Berg hinauf

INHALT

 

 

 

 

 
Zukunftsfähigkeit braucht die Möglichkeit, gefährliche Übermacht erkennen und aufheben zu können.

 

Allein durch Steuer- und Kapitalfluchtpraktiken großer Firmen entgehen so genannten "Entwicklungsländern" jährlich 900 Milliarden US-Dollar.Die aus den OECD Staaten gezahlte "Entwicklungshilfe" beträgt dagegen lediglich 100 Milliarden US-Dollar / Jahr.

Quelle: eed Newsletter vom 1.2.09

Das Stromkartell

Europäische Milchschwemme macht

Afrikas Bauern arm

In Westafrika wird europäisches Milchpulver weit unter den Produktionskosten verramscht und unterbietet so die Preise der einheimischen Milch. In Burkina Faso kostet der Liter aufbereitete EU_Milch etwa halb so viel wie die lokal produzierte Frischmilch.

Obwohl es rund eine Millionen traditionelle Viehhalter im Land gibt , die auch Milch produzieren könnten, sind auf dem burkinischen Markt fast ausschließlich importierte Milchprodukte zu finden.

Quelle: Misereor / FIAN Skandal Hunger Aktionszeitung 2006

 

Europäische NGOs fordern ein Ende des Verdrängungs-Wettbewerbs mit Geflügelfleisch

Eine Exportflut von Geflügelteilen aus der EU (in geringeren Mengen auch aus den USA und Brasilien) verursacht bei kleinbäuerlichen Produzenten in West- und Zentralafrika erhebliche wirtschaftliche und soziale Schäden. Die afrikanische Geflügelwirtschaft - einst ein Erfolgsbeispiel bei Armutsbekämpfung und ländlicher Entwicklung - ist aufgrund dieser Billimporte in ihrer Existenz bedroht. Dieser Produktionsbereich steht auf Grund eines destruktiven Agrarhandels vor der schwersten wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte.

Wohlhabende Konsumenten und Supermarktketten stellen höchste Ansprüche an die Qualität und den Wellnesswert von Geflügelfleisch. Für diese Ansprüche qualifiziert sich nur ein kleiner Teil der Fleischpartien des zerlegten Huhns. Immer größere Anteile vom Schlachtgewicht des Masthähnchens erzielen auf den Märkten Europas und der USA keine befriedigende Absatzbedingungen. Befriedigende Preise gibt es nur für Lebensmittel, die sich für die vermeintlich hochwertigen Marktsegmente qualifizieren. Da der Markt für „geringerwertige“ Lebensmittel begrenzt ist, kommt es in den reichen Ländern zu Überschüssen bestimmter Fleischpartien, Geflügelteilen und Fleischqualitäten

Der Export dieser Produkte in arme Staaten aber  treibt viele Geflügelzüchterinnen, die meist kapitalarme Kleinunternehmerinnen sind, in den Bankrott getrieben.

Europäische entwicklungspolitischen Organisationen (Association Citoyenne de Défense des
Intérêts Collectifs,  Association of World Council of Churches related Development Organisations in Europe, Evangelischer Entwicklungsdienst, Dutch Interchurch Organisation for Development Cooperation und SOS Faim - Agir avec le Sud) rufen in einem gemeinsamen Papier die betroffenen afrikanischen Staaten auf, gegen solche Dumping-Praktiken vorzugehen und appellieren an die EU, diesen zerstörerischen Handel zu beenden und konstruktiv an der Verbesserung von Handelsregeln
mitzuarbeiten, die es erlauben, Armut wirklich zu bekämpfen.

Insbesondere fordern sie die Anerkennung folgender Grundsätze:

1. Defensive Handelsregeln zulassen, um Dumpingpraktiken zu stoppen

  • Entwicklungsländer haben das Recht und die Verpflichtung effektive defensive Handelsinstrumente gegen Importfluten und Dumping in der Fleischbranche anzuwenden. Geflügel, unter anderem, muss als „Spezielles Produkt“ – in gängiger WTO-Definition geführt werden dürfen. Es muss sich auch für die Anwendung eines „Speziellen Schutzmechanismus“ qualifizieren, und zwar unter den Bedingungen, die von der G33 Gruppe für die Doha Entwicklungsrunde bei der WTO vorgeschlagen wurden.

  • Entwickelte Staaten müssen das Recht von Entwicklungsländern respektieren, bestimmte Produkte aus Freihandelsabkommen auszunehmen und sich gegen Geschäftspraktiken zu schützen, die die Ziele unterlaufen auf denen das Konzept der „Speziellen Produkte“ aufbaut.

  • Exportländer sollen dafür verantwortlich sein, dass Dumping in Entwicklungsländern bei den „Speziellen und sensiblen Produkten“ verhindert wird. Ein des Dumpings beschuldigte Land muss der Beschwerde nachgehen und den Beweis führen, dass kein Dumping vorliegt. Wird der Beweis nicht erbracht, trägt das beklagte Land die Kosten des Verfahrens und muss Abhilfe schaffen.

  • In die internationalen Handelsregeln muss ein einfacher Beschwerdemechanismus gegen den Dumpingvorwurf eingeführt werden. Entwicklungsländer und auch deren Organisationen der Zivilgesellschaft, wie etwa Produzentenvereinigungen, sollten von diesem Mechanismen
    Gebrauch machen können.

  • Produkte, die produktspezifische Subventionen erhalten, sollten nicht in Entwicklungsländer
    exportiert werden.

2. Neue Regeln für Kuppelprodukte

  • Der Wettbewerb von Produkten zweiter Wahl mit Erzeugnissen armer Produzenten ist unfair
    und bedarf einer besonderen Behandlung im internationalen Handelsrecht.

3. Gemeinsame Verantwortlichkeit für den sicheren Umgang mit Lebensmitteln im globalen Handel

  • Die Verantwortung des Exportlandes für die Lebensmittelsicherheit darf nicht an der Grenze enden. Im internationalen Handel mit tierischen Produkten und anderen heiklen Lebensmitteln müssen sich die Exporteure der Fähigkeit der Importeure versichern, mit den Lebensmitteln sicher umzugehen.

  • Es muss einen „code of conduct“ für den internationalen Handel mit Tiefkühlfleisch geben.

Quelle: PDF  VERHINDERUNG VON DUMPING AUF AGRARMÄRKTEN VON ENTWICKLUNGSLÄNDERN AM BEISPIEL VON ÜBERSCHÜSSIGEN FLEISCHTEILEN Juni 2008

 

Drei bis sechs Agrokonzerne

Bei der Mehrzahl der Agrarprodukte bestimmen drei bis sechs Konzerne den globalen Handel.

Die Konzerne Cargill und Archer Daniels Midland (ADM) beherrschen weltweit 65 Prozent des Getreidehandels und sind auch mit Unternehmen der Agrochemie und der Gentechnikforschung eng verbunden.

Der Agrokonzern Monsanto verfügt über 91 Prozent des genmanipulierten Saatguts, beherrscht gemeinsam mit Syngenta ein Viertel der 60 Milliarden Dollar schweren Gentechnikindustrie und kontrolliert mit weiteren neun Konzernen die Hälfte des weltweiten Saatguthandels.

Im Sommer 2007 konnte Monsanto eine Gewinnsteigerung um 71 Prozent vermelden. Bayer Crop Science erzielte im gleichen Jahr 23 Prozent, und das Management erwartet eine Verdopplung des Weltmarktes für Biokraftstoffe innerhalb er nächsten sieben Jahre.

Quelle: Schumann/Grefe Der Globale Countdown S. 287

 

Saatgut-Monopoly

Vier Unternehmen - Pu Pont/Pionier, Monsanto, Syngenta und Limagrain - haben zusammen einen Anteil von fast 30 % am Weltmarkt für kommerzielles Saatgut. Bei Mais kontrolliert Monsanto allein über 40 %, bei Soja etwa 25 %. Viele Bauern verwenden allerdings immer noch eigenes Saatgut.

Quelle: Uwe Hoenring Agrar-Kolonialismus in Afrika

Forum Umwelt & Entwicklung, VSA Verlag 2007

 

Agrochemie-Monopoly

2003 kontrollierten die 10 führenden Unternehmen 80% des weltweiten Marktes für Agrochemie, darunter Bayer/Aventis Crop Sience und Syngenta.

Quelle: Uwe Hoenring Agrar-Kolonialismus in Afrika

Forum Umwelt & Entwicklung, VSA Verlag 2007

 

Tierzucht-Monopoly

Nur vier Konzerne teilen sich den Weltmarkt für Zuchtmaterial für Legehennen, Masthähnchen, Truthähne und anders Geflügel

Quelle: Forum Umwelt&Entwicklung 1/2007

 

Brain Drain

In Malawi arbeiten nur noch 50 der 600 dort ausgebildeten Ärzte. Ghana hat die Hälfte seiner Krankenschwestern an die USA, Kanada oder Großbritannien verloren.

Quelle: Angelika Weber in "Solarenergie für Afrika" STUBE FORUM

Nr. 16/2006 (www.bundes-esg.de)

 

Finanz-Monopoly

Der Anteil der Finanzmärkte an der US-Wirtschaft hat sich seit den 1960ern vervierfacht. Statt die Realwirtschaft mit den benötigten Mitteln auszustatten, wurde das Geldmachen mit Geld zum Selbstzweck. 

"Das Geld, das sich so trefflich sich mit Börsengeschäften, mit Firmenübernahmen, mit Rohstoffspekulation und so weiter verdienen ließ, wurde anderswo weggenommen. Die exorbitanten Profite und die immer größeren Spekulationsblasen sind das Ergebnis einer gigantischen Umverteilungsmaschinerie zwischen Arm und Reich, zwischen Süd und Nord, zwischen Lohnabhängigen und Kapitalbesitzern. So fließt seit dem Ausbruch der Schuldenkrise vor einem Vierteljahrhundert mehr Kapital aus dem Süden in den Norden als umgekehrt, das meiste davon in den Finanzsektor. Und in vielen Ländern sinken die Reallöhne seit Jahren, der Anteil der Löhne am Volkseinkommen schrumpft - in Deutschland seit 1980 von 65 auf knapp 57 Prozent. Steil angestiegen ist dagegen der Anteil der Kapitalgewinne."

Quelle: Nicola Liebert in der taz vom 25.9.08