Future-on-Wings e.V.

WARUM AUF SCHWINGEN?

Beweggründe für die Entwicklung

zukunftsfähiger Nord-Süd-Ost-West - Beziehungen

 

Angetastete Menschenwürde  :: Artenschwund :: BAUMWOLLE MACHT PROBLEME :: Ausbeutung von Kinderarbeit :: steigender Energieverbrauch :: übermäßiger Fleischverzehr :: Skandal Hunger und Unterernährung  :: unser täglich Gift :: Gesundheitsgefährdung :: Gewalt :: Erderwärmung :: ungehemmter Naturverbrauch ::Tourismus ohne Einsicht :: Überfluss :: gefährliche Übermacht :: Verwüstung der Meere :: Wasserkrise :: Ungleiches Nachfragevermögen ::  ungleiche Entwicklungschancen

Zukunftsfähigkeit braucht

die Möglichkeit, ...

FUTURE-LINKS

Landbau/Ernährung 

 

Quelle wenn nicht anders angegeben:
 

Worldwatch-Institute:

Zur Lage der Welt - Die Welt des Konsums 2004, deutsch:, Heinrich Böllstiftung und Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2004

 

FoW Materialien für Unterricht und Fortbildung:

Nachhaltige Nutztierhaltung? (PDF)

 

 

Mit dem Wasserverbrauch zur Erzeugung von einem Kilo Fleisch könnte man ein ganzes Jahr lang täglich duschen.

Quelle: Worldwatch Institute,

«Meat – now it‘s not Personal»

 

 

... den weltweiten Fleischverzehr auf ein gesundheitlich verträgliches und ökologisch verantwortbares Maß reduzieren zu können .

Allein in Deutschland werden 14 Millionen Rinder gehalten. 1,4 Milliarden Rinder sind es auf der ganzen Erde. Ihr Lebendgewicht übertrifft das der gesamten Menschheit um das Dreifache.

Quelle: Ökoimpuls.de

Europäische Fleischeslust macht Naturressourcen Lateinamerikas zu Hackfleisch

Die in den letzten Jahren enorm gestiegene Produktion von Soja in Lateinamerika bedeuten wachsenden Einsatz von Pestiziden und Gen-Soja, Abholzung des Regenwaldes, Erosion des Bodens und extrem ungleiche Landverteilung. Vom Sojaanbau profitieren nur einige wenige Großgrundbesitzer. Ein Großteil des Sojas aus Lateinamerika wird für die schnell wachsenden Tierfabriken und Fleischproduktion in Europa als Futtermittel gebraucht.

In Alt Tellin (Mecklenburg-Vorpommern) ist eine Ferkel-Produktionsanlage geplant in der 10.000 Muttersauen jedes Jahr bis zu 250.000 Ferkel produzieren sollen.

Quelle: ND vom 1.04.09

Noch vor 50 Jahren war Fleisch etwas Besonderes und wurde als Sonntagsbraten zelebriert. Heute gönnt sich jeder Erdenbürger fast doppelt so viel Fleisch wie 1970.

Quelle: Ökoimpuls.de

Europäische NGOs fordern ein Ende des Verdrängungs-Wettbewerbs mit Geflügelfleisch

Eine Exportflut von Geflügelteilen aus der EU (in geringeren Mengen auch aus den USA und Brasilien) verursacht bei kleinbäuerlichen Produzenten in West- und Zentralafrika erhebliche wirtschaftliche und soziale Schäden. Die afrikanische Geflügelwirtschaft - einst ein Erfolgsbeispiel bei Armutsbekämpfung und ländlicher Entwicklung - ist aufgrund dieser Billimporte in ihrer Existenz bedroht. Dieser Produktionsbereich steht auf Grund eines destruktiven Agrarhandels vor der schwersten wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte.

Wohlhabende Konsumenten und Supermarktketten stellen höchste Ansprüche an die Qualität und den Wellnesswert von Geflügelfleisch. Für diese Ansprüche qualifiziert sich nur ein kleiner Teil der Fleischpartien des zerlegten Huhns. Immer größere Anteile vom Schlachtgewicht des Masthähnchens erzielen auf den Märkten Europas und der USA keine befriedigende Absatzbedingungen. Befriedigende Preise gibt es nur für Lebensmittel, die sich für die vermeintlich hochwertigen Marktsegmente qualifizieren. Da der Markt für „geringerwertige“ Lebensmittel begrenzt ist, kommt es in den reichen Ländern zu Überschüssen bestimmter Fleischpartien, Geflügelteilen und Fleischqualitäten

Der Export dieser Produkte in arme Staaten aber  treibt viele Geflügelzüchterinnen, die meist kapitalarme Kleinunternehmerinnen sind, in den Bankrott getrieben.

Europäische entwicklungspolitischen Organisationen (Association Citoyenne de Défense des Intérêts Collectifs,  Association of World Council of Churches related Development Organisations in Europe, Evangelischer Entwicklungsdienst, Dutch Interchurch Organisation for Development Cooperation und SOS Faim - Agir avec le Sud) rufen in einem gemeinsamen Papier die betroffenen afrikanischen Staaten auf, gegen solche Dumping-Praktiken vorzugehen und appellieren an die EU, diesen
zerstörerischen Handel zu beenden und konstruktiv an der Verbesserung von Handelsregeln mitzuarbeiten, die es erlauben, Armut wirklich zu bekämpfen.

Insbesondere fordern sie die Anerkennung folgender Grundsätze:

1. Defensive Handelsregeln zulassen, um Dumpingpraktiken zu stoppen

  • Entwicklungsländer haben das Recht und die Verpflichtung effektive defensive Handelsinstrumente gegen Importfluten und Dumping in der Fleischbranche anzuwenden. Geflügel, unter anderem, muss als „Spezielles Produkt“ – in gängiger WTO-Definition geführt werden dürfen. Es muss sich auch für die Anwendung eines „Speziellen Schutzmechanismus“ qualifizieren, und zwar unter den Bedingungen, die von der G33 Gruppe für die Doha Entwicklungsrunde bei der WTO vorgeschlagen wurden.

  • Entwickelte Staaten müssen das Recht von Entwicklungsländern respektieren, bestimmte Produkte aus Freihandelsabkommen auszunehmen und sich gegen Geschäftspraktiken zu schützen, die die Ziele unterlaufen auf denen das Konzept der „Speziellen Produkte“ aufbaut.

  • Exportländer sollen dafür verantwortlich sein, dass Dumping in Entwicklungsländern bei den „Speziellen und sensiblen Produkten“ verhindert wird. Ein des Dumpings beschuldigte Land muss der Beschwerde nachgehen und den Beweis führen, dass kein Dumping vorliegt. Wird der Beweis nicht erbracht, trägt das beklagte Land die Kosten des Verfahrens und muss Abhilfe schaffen.

  • In die internationalen Handelsregeln muss ein einfacher Beschwerdemechanismus gegen den Dumpingvorwurf eingeführt werden. Entwicklungsländer und auch deren Organisationen der Zivilgesellschaft, wie etwa Produzentenvereinigungen, sollten von diesem Mechanismen
    Gebrauch machen können.

  • Produkte, die produktspezifische Subventionen erhalten, sollten nicht in Entwicklungsländer
    exportiert werden.

2. Neue Regeln für Kuppelprodukte

  • Der Wettbewerb von Produkten zweiter Wahl mit Erzeugnissen armer Produzenten ist unfair
    und bedarf einer besonderen Behandlung im internationalen Handelsrecht.

3. Gemeinsame Verantwortlichkeit für den sicheren Umgang mit Lebensmitteln im globalen Handel

  • Die Verantwortung des Exportlandes für die Lebensmittelsicherheit darf nicht an der Grenze enden. Im internationalen Handel mit tierischen Produkten und anderen heiklen Lebensmitteln müssen sich die Exporteure der Fähigkeit der Importeure versichern, mit den Lebensmitteln sicher umzugehen.

  • Es muss einen „code of conduct“ für den internationalen Handel mit Tiefkühlfleisch geben.

Quelle: PDF  VERHINDERUNG VON DUMPING AUF AGRARMÄRKTEN VON ENTWICKLUNGSLÄNDERN AM BEISPIEL VON ÜBERSCHÜSSIGEN FLEISCHTEILEN Juni 2008

Ein Viertel der gesamten Landmasse der Erde dient heute als Weideland. In den letzten Jahrzehnten fielen etwa zwei Drittel der Steppengebiete der Überweidung zum Opfer. Seit 1960 wurden mehr als 25 % der Wälder Südamerikas abgeholzt um Rinderherden Platz zu machen. Hier kommen auf zehn Menschen neun Rinder.

Quelle: Ökoimpuls.de

Fünfmal mehr Fleisch

Die weltweite Fleischproduktion hat sich seit 1950 verfünffacht. Industrielle Produktionssysteme liefern heute weltweit 74% des Geflügels, 50% des Schweinefleisches, 43% des Rindfleisches und 68% der Eier. In Asien wächst der Schlachtviehbestand derzeit am raschesten, gefolgt von Lateinamerika und der Karibik.

(Wordwatch Report 2004 S. 162)  

Mit Hochleistungszüchtungen ließe sich die Methanbildung pro Liter Milch
oder pro Kilo Fleisch senken. Doch das Tier erbringt die höhere Leistung nur mit Kraftfutter, und dessen Produktion kurbelt die klimarelevanten Gase an.

Das Mastrind im deutschen Stall ist keineswegs ökologisch nachhaltiger produziert als das auf der argentinischen Weide. Auf der Weide ernährt sich das Vieh von dem, was dort wächst, und was es wieder von sich gibt, geht direkt in den Kreislauf zurück.

Das importierte Kraftfutter für Rinder im deutschen Maststall belastet Luft und Böden sowohl durch den Anbau und Transport des Futtermittels als auch durch die nicht bodengebundenen Ausscheidungen der Tiere.

Quelle: Ökoimpuls.de

Ein Drittel mehr Brennstoffverbrauch

Die Erzeugung einer Kalorie aus Rindfleisch erfordert 33 % mehr Energieinput aus fossilen Brennstoffen als eine Kalorie Energie aus Kartoffeln (S. 163)

Methan aus dem Dung muss nicht in die Atmosphäre entweichen. Mit dem energiereichen Rohstoff lassen sich Biogasanlagen betreiben und dezentral
und rentabel Strom erzeugen.

Quelle: Ökoimpuls.de

Neunmal so viel Kohlendioxid

Durch eine Mahlzeit mit einem großen Anteil an Fleisch und importierten Zutaten wird neunmal soviel Kohlendioxid emittiert wie für ein vegetarisches Essen mit Zutaten aus der Region. (S.158)

Großer Input

Zur Erzeugung einer Kalorie Rinder-, Schweine- oder Geflügelfleisch sind 11 bis 17 Kalorien Futter notwendig.  (S. 163) Zur Erzeugung eines halben Pfundes Rindfleisch sind 25.000 Liter Wasser nötig. (S. 163)

90 Prozent Soya wird Tierfutter

95 % der weltweiten Sojabohnenernte wird von Tieren  konsumiert

(S. 163)

Regenwald wird zu Hackfleisch gemacht

In Brasilien ist die Zahl der Rinder allein zwischen 1990 und 2000 von 26 auf 57 Millionen gestiegen. Die dabei aus Regenwald in Weideland verwandelte Fläche ist zweimal so groß wie Portugal. Größter Fleischabnehmer ist die EU. Der Anteil der EU am Kauf brasilianischen Rindfleisches stieg zwischen 1990 und 2001 von 40 auf 74 Prozent. 

Quelle: Rettet den Regenwald e.V. http://www.regenwald.org/rdr_neu/presseberichte.php (26.01.2006 21:34)

Der Erde die Bäume vom Kopf gegessen!

In Zentralamerika wurden innerhalb der vergangenen 40 Jahre 40 Prozent des gesamten Regenwaldes gerodet bzw. abgebrannt, hauptsächlich um Weideland zu erhalten oder Futtermittel anzubauen

Quelle: World Watch Magazine, July/August 2004, Volume 17, No. 4

Absatzmarkt für Antibiotika

In den USA erhalten Rinder, Schweine und Geflügel 70 % aller keimtötenden (antibiotischen) Medikamente

(S. 163)

Viehhaltung forciert den Klimawandel

Die Viehhaltung produziert weltweit 18 Prozent der anthropogenen Treibhausgase und 80 Prozent der Emissionen innerhalb des Agrarsektors.

Das ständige Rülpsen und Pupsen von mittlerweile 1.5 Milliarden Rindern sowie 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen setzt  schätzungsweise 80 Millionen Tonnen Methan im Jahr frei. Der Umstieg auf Schweinefleisch hilft nur bedingt, denn auch aus Gülletanks entweicht Methan.  

Jede Tonne Methan trägt 23-mal so viel zum Treibhauseffekt bei wie eine Tonne Kohlendioxid. Dazu kommt noch das aus den Gülleseen und Dungbergen freigesetzte Lachgas oder Distickstoffoxid, das 300-.mal so klimawirksam ist wie Kohlendioxid.

Energieaufwendige Mechanisierung, Produktion und Transport von Futterpflanzen oder Kunstdünger bedingen auch den Ausstoß von Kohlendioxid.

Weltweit werden pro Jahr  90 Millionen Tonnen Erdöl oder Erdgas zu Stickstoffdünger verarbeitet was zu 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen führt.

In Deutschland werden  fast zwei Drittel des Stickstoffdüngers nur für das Viehfutter verwendet.

Zur Reduzierung des Treibhauseffektes müsste der Verzehr von Fleisch drastisch zurück gehen. Doch die FAO rechnet mit einer Verdopplung des Fleischverzehrs bis 2050 und fordert daher, die Umweltauswirkungen pro Stück Vieh zu halbieren.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau fordert statt einzelne technische Maßnahmen einen Umstieg auf Ökolandbau. Durch optimalen Einsatz von Dung, Fruchtfolge und zeitweilige Flächenstilllegung werden Ressourcen geschont.

Quelle: Taz vom 23.2.2007