Future-on-Wings e.V.  

WOHIN AUF SCHWINGEN?

 

 

 

 

 

Anhaltspunkte für die Gestaltung

zukunftsfähiger

Nord-Süd-Ost-West-Beziehungen

Kurz & gut:

Umweltfreundliches Konsumieren macht Fortschritte

Fair Handeln macht Fortschritte

ProBio-Baumwolle 

Pro Erneuerbare Energien

Ich bin das Klima

Abkommen und Manifeste

 

Zukunftsfähigkeit braucht

Verallgemeinerung der Möglichkeit ...

... Reichtum mitmenschlich entwickeln und und naturverträglich ausrichten zu können.

 

ÖKOPORTAL - Das Webverzeichnis der Ökobranche

Future-Links

zum Thema

 

 

 

 

 

Symptome des Warensinns:

Verkehrschaos

 

 

 

 

 

"Die ökologischen Systeme, die die Weltwirtschaft stützen, sind außergewöhnlichen Belastungen ausgesetzt: von sinkenden Wasserspiegeln über steigende Ölpreise bis hin zu zusammenbrechenden Fischgründen. Wirtschaftswissenschaftler, die bisher glaubten, die Welt der Ökonomie so betrachten zu können, als habe sie mit der physischen nichts zu tun, könnten es in den nächsten Jahren schwer haben, Arbeit zu finden."

Chistopher Flavin,

Präsident des Worldwatch Institute in Washington 

 

 

Schülerfirma FairChoc

 

 

"Waren, deren Produktionsbedingungen nicht einen Mindeststandard an Würde erfüllen, sollten als Schmugglerware angesehen werden und nicht die internationalen Handelswege

verseuchen dürfen."

 

Franklin D. Roosevelt, US-Präsident  von 1933 bis 1945

 

 

 

 

 

 

"...gerade viele Entwicklungsländer sind reich an Ressourcen. Wenn wir uns aber anschauen, wie Rohstoffabbau dort erfolgt, dann wissen wir, dass dies oft Raubbau ist. Die Gewinnung von Rohstoffen ist dort leider auch oft mit Umweltzerstörung und zum Teil mit bewaffneten Konflikten in der jeweilige Förderregion verknüpft. Wir setzen uns deshalb für ökologische und soziale Mindeststandards ein. Es hat ja keinen Sinn, dass wir hinterher die ökologischen Schäden mit der eigenen Entwicklungshilfe wieder gutmachen, die vorher beim Abbau von Rohstoffen entstanden sind."

 

Bundeskanzlerin Merkel im März 2007 in einer Rede vor dem Bund der Deutschen Industruie (BDI)

 

 

 

EcoShopper

 

EcoShopper

Lotse durch die Welt der biologischen, umwelt- und sozialverträglichen Produkte

 

elPuente

Der Aralsee

Wüste aus 100 % Baumwolle

 

 

 

 

Nature & More

Prüft die Produkte einer wachsenden Zahl Firmen auf deren soziale und ökologische Qualität.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kampagne Rauchzeichen:
Jährlich werden im Miombogebiet in Zentralafrika 200.000 Hektar Naturwald für den Tabakanbau abgeholzt.

 

 

 

Sind wir des Warensinns?

Was hindert moderne Bürger von Welt an einer umweltbewussten (Mit-) Bestimmung von Produktionszielen und -methoden?

Umweltbewusstsein und soziales Gewissen entwickeln sich. Doch im alltäglichen Verhalten bleibt der Fortschritt eine Schnecke.

Woher rührt diese Diskrepanz? Wie kann sie überwunden werden? Wer es wirklich wissen will, sollte die Voraussetzungen eines hinreichenden Bedürfnisses zur Verbraucher-Aufklärung ergründen.

In der Regel müssen moderne Bürger von Welt das zum guten Leben Notwendige nicht der Natur ihrer unmittelbaren Umwelt abtrotzen. Daher scheinen sie von der Sorge befreit, ob und wie sie es schaffen, die Kräfte der Natur für die eigenen Nachkommen zu bewahren oder anzureichern. Stets volle Regale bieten keinen Anlass, sich um die Zukunftsfähigkeit der Naturkräfte zu sorgen, die das Begehrte auf ewig zuverlässig bereit zu stellen scheinen.

Als König Kunde profitiert auch der kleine Bürger-King von der Straße - zunächst - von Überfischung, Bodenverwüstung oder dem Raubbau an menschlicher Arbeitskraft. Aus Sicht eines Großeinkäufers, Weiterverarbeiters oder Endverbrauchers scheinen unangenehme Folgen der Übernutzung von Naturkräften auszubleiben, solange sie durch die Erschließung immer neuer Quellen des Wohlstandes kompensiert werden können. Natürliche Grenzen des "Nachwachstums" scheinen aufgehoben.

Endstation Warensinn?

Die vom Politikwissenschaftler Francis Fukuyama geäußerte Vorstellung vom "Ende der Geschichte" lebt möglicherweise von dieser Illusion. Warenverkehr versetzt das moderne Bewusstsein in in eine bequeme Lage. Das  Losgelöstsein von der Last der Wahrnehmung unangenehmer Voraussetzungen oder Wirkungen des Konsumierens bestimmt offenbar auch den Horizont des philosophischen Zeitgeist, der nicht sieht, dass häufig kein Gras, (Regenwald oder Fisch) mehr nachwächst, wo menschlicher Fortschritt auftritt und sich das unbekümmert als ewiger Kreislauf vorgestellte "Ende der Menschheitsgeschichte" in einer ökologischen Abwärtsspirale bewegt.

Vielleicht war Karl Marx hier doch weitsichtiger. Für ihn beginnt (!) die Geschichte der Menschheit erst, wenn die entscheidenden Fragen des "Was?", "Wer?", "Wo?", "Wie?", Wieviel?", "Wem?" und "Warum?" der Produktion - im Großen und Ganzen - in gemeinsamen Abwägungsprozessen entschieden werden können und müssen. Nur in so weit die Menschen die Freiheit besitzen, sich gegenseitig zu nötigen, die soziale und ökologische Vernunft (Verträglichkeit, Nachhaltigkeit) der beabsichtigten Produktionsziele und -methoden zu belegen, kann von einer wirklich gemeinsam handelnden "Menschheit" die Rede sein. Wie viel Marktwirtschaft zur Herstellung einer solcherart gemeinsam handelnden Menschheit möglich oder auch notwendig ist, mag dahin gestellt sein. Fest steht: Solange eine in ihrer sozialen und ökologischen Wirkung weitgehend blinde Konkurrenz (und damit vor allem die Einsparung von Arbeitsaufwand) die Entscheidungen der Menschen über den Erfolg der Produktion (und damit deren "Richtigkeit" bzw. "Rationalität")  bestimmen, treibt das den menschlichen Reichtum in einem unangenehmen Sinne "wie verrückt" voran! Denn das Verrückte ist, dass den beteiligten Menschen der letztlich bewirkte Schaden (oder Nutzen) herzlich egal bleiben kann, solange sie selbst nicht unmittelbar betroffenen sind. Solange und soweit produzierter Nutzen (oder Schaden) jedoch als Privatsache gelten (kann), scheint auch das philosophische Denken vom Warensinn getrübt.

Geld stinkt nicht .

Warum rebelliert das menschliche (Un-) Rechtsbewusstsein so selten gegen das leichtfertige in Kauf nehmen selbst schwerer Verbrechen im Wortsinne mörderischer Produktionsbedingungen? Vielleicht fehlt es einfach an genau diesen Möglichkeiten, Produktion und Konsum gemeinsam, nach (welt-) gemeinschaftlich reflektierten Kriterien zu steuern. Denn ohne dem kann jedes Glied der globalen Produktions- und Konsumketten nur seinen borniert-privaten Vorteil (oder Nachteil) sehen mit der Folge, dass das durch Raubbau am Meer gewonnene Mehr an Meeresfruchtpizza sogar als Zugewinn an Gerechtigkeit erscheint.

Denn für mich sieht es so aus: ich habe mir die Pizza durch Arbeit redlich verdient. Ein Mehr an Pizza für das gleiche Geld ist für mich wie die Vermehrung des Lohns für die eigenen Mühen. Im Dunklen bleibt, dass nicht ich, sondern die Tier- und Pflanzengesellschaften des Meeres die Meeresfrüchte produzierten (und die endlose Kette fremder Arbeitsvorgänge, sie schließlich auf meinen Teller platzierten). Wie also soll ich riechen, dass mein Gerechtigkeitsgefühl aus Vorgängen gestrickt ist, die meine Mitmenschen arm und die Meere leer macht?

Geld stinkt nicht, und Frutti di Mare auf der Pizza schmecken nicht nach leer gefischtem Meer. Wir müssen offenbar erst mit der Nase darauf gestoßen werden.

 

Stinkt Geld doch?

Das geschieht etwa, wenn Greenpeace  mit Tausenden der Sommerhitze ausgesetzter toter Fische, Krebse und Muscheln zeigt, dass "eine Politik stinkt, die es zulässt, dass jedes Jahr allein in der Nordsee 700.000 Tonnen Meerestiere als Beifang völlig sinnlos sterben, weil sie nicht einmal im Hafen angelandet, sondern gleich wieder tot oder sterbend über Bord gekippt werden."

Bild: Copyright: © Paul Langrock/Zenit / Greenpeace, mit freundlicher Genehmigung

 

 

Mit fair Trade zur Mitmenschlichkeit!

Aktionen für ökologisch und sozial verantwortungsvollen Konsum, wie etwa die Kampagne "Augen auf beim Blumenkauf,"  Fair Trade, umweltbewusstes Reisen, oder der Erwerb von Fisch mit Ökosiegel helfen weiter.

Die individuelle zur Kenntnisnahme und Zähmung des inneren Schweinehundes bei jeder Kaufentscheidung, die täglich mehrfache Entscheidung für oder wider höhere Warenpreise, die durch Mehraufwand für zukunftsfähige, faire Produktion notwenig werden,  ist notwenig, lehr- und hilfreich.

 

Verantwortung öffentlicher Beschaffung

Der Effekt wäre größer, würden die öffentliche Hand und andere Großeinkäufer fair und umweltfreundlich einkaufen (müssen). Auch in diese Richtung gibt es viel versprechende Bewegung

 

Zukunftsfähiges Nachfragen durch Mindeststandards?

Soziale und ökologische Kriterien bei er Vergabe von öffentlichen Aufträgen oder der Güter-Beschaffung durch die öffentliche Hand  wären - gerade in Kombination mit Agenda 21 Prozessen - ein großer Fortschritt bei der Entwicklung eines hinreichenden Willens zu einer sozial und ökologisch reflektierten Nachfrage nach zukunftsfähigen Formen der Produktion. Denn das Bedürfnis, nach der Zukunftsfähigkeit des eigenen Wohlstands zu fragen, wird sich nur in dem Maße entwickeln können, wie Regeln (und deren Anwendung) mit bestimmt werden können, die das mitmenschliche und ökologisch bewusste Handeln zur Normalität machen. Doch auch eine verantwortlich einkaufende "Öffentliche Hand" wäre dafür nicht ausreichend.

Grad wo private Konkurrenz ums Schneller und Besser im Wortsinne mörderisch wird und sich die freundliche Dr. Jekyll Gestalt der unsichtbaren Hand privaten Aneignens zur Mr. Hyde Klaue zu formen beginnt, müssen soziale und ökologische Mindeststandards festgelegt werden, die weltweit gültig und deshalb in der Lage sind, Sozial- und Ökodumping durch drohende Sonderabgaben oder auch Verkauf von "Verschmutzungsrechten" usw. zu verunmöglichen. Dem kommen in den letzten Jahren entwickelte Informationsgrundlagen für einen fairen und umweltverträglichen Handel entgegen, die im Zusammenhang mit der Vergabe von Gütesiegeln und der Vergabe von Etiketten (Labeln) für soziale und ökologische Standards einzelner Waren oder dem Handeln einzelner Unternehmen, Branchen oder Staaten wie CO2 Bilanzen, dem Ökoaudit, der Berechnung von - in den Waren steckendem "virtuellem Wasser"  usw. 

Erst die Möglichkeit zur Mitbestimmung sozialer Regeln, gibt (gäbe) Anlass, ernsthaft über die Gerechtigkeit dieser und jener Festlegung zu streiten, stachelt das Verlangen nach Informationen über die Grundlagen der zu treffenden Entscheidungen an, macht jede auch noch so privat erscheinende Nachfrage zu einem Gegenstand öffentlichen Nachfragens.

Erlöse aus "Verschmutzungsrechten", Öko- und Sozialsteuern und -zölle (oder umgekehrt Gutschriften), die so einen Entwicklungsprozess steuern, müssten allerdings dafür eingesetzt werden, Nationen, Branchen usw., die ihre Konkurrenzvorteil bisher weitgehend aus dem Raubbau bzw. dem Mangel an sozialer und ökologischer Zukunftsfähigkeit gewinnen, den Umstieg in ein zukunftsfähiges (menschenwürdiges und naturverträgliches) Wirtschaften zu ermöglichen.

(Globale) Notwendigkeiten und (regionale) Möglichkeiten müssen also berücksichtig und finanzielle Mittel wie Maßnahmen zur Förderung nationaler Umbauprogramme so in Zeit und Raum eingeordnet werden, dass auch die sozial und ökologisch problematisch produzierende Nationen in den Prozess einwilligen können. International gültige Mindeststandards und nationale Nachhaltigkeitsstrategien müssten also Hand in Hand geschaffen und finanziert werden. 

Die Herstellung eines solcherart "gemeinsamen Menschheitsgeschichte" könnte nur als Bündel geschichtlicher Prozesse geschehen, die bestehende oder bereits mögliche Ansätze fortsetzen. Das Kleine (zertifizierte Ökowaren, fair Trade oder freiwilliger Audit) darf aber nicht klein (d.h. auf privaten Goodwill angewiesen) bleiben und es käme darauf an, aus ihnen Regeln zu entwickeln, die aus der sozialen Nische, lebensweltlicher Moden und "Szenen" heraus führen und auf Veränderungen im Großen und Ganzen abzielen.

Angesichts der rasanten Entwicklung von Nachfragemacht in Ländern wie China, Indien oder Brasilien bleibt für diese  "historischen Veränderungsprozesse" nicht allzu viel Zeit, was für oder auch gegen realpolitisches Verdrängen der Größe der Herausforderung wirkt.  

AUF SCHWINGEN!

Unser Projekt steckt trotz Colour the Cattle Ausstellung in den Anfängen, (zu sehen daran, dass die meisten Seiten immer noch ausschließlich in deutsch vorliegen). Es kann nur sehr bescheidene gedankliche Fortschritte in eine solche Richtung bewirken. Aber wo Menschen Kontinent übergreifend - die Wanderrouten der Zugvögel nachvollziehend - mit einander über Bedürfnisse, Wünsche und Strategien in Hinblick auf eine zukunftsfähige Entwicklung "towards a Common Future" reden und die gewonnenen Einsichten zu wandernden Ausstellungen, Präsentationen usw. verarbeiten, wirft das vielleicht einige Spotlichter auf die vom Warensinn verdunkelten Bedingungen einer nachhaltigen Entwicklung.

 

Allerdings werden dringend Mitwirkende gesucht, die helfen, die personellen und finanziellen Grundlagen zur Umsetzung der schönen Idee zu schaffen.

 

Als Themen für den Storchenrouten entlang wandernden Ausstellungen und diese begleitenden Unterrichtsprojekte, sind in Vorbereitung: Biolandbau (Bio-Baumwolle, nachhaltige Viehhaltung...)  und Solidarität im Treibhaus/ Solare Zukunft in Afrika. Weitere Beweggründe, Anhaltspunkte und Orte nachhaltiger Entwicklung (bzw. von Wanderausstellungen) können hier entnommen werden: 

 

Hans-Hermann Hirschelmann

 

Ihre Meinung ist gefragt

 

 

Story of Stuff - German from UTOPIA AG on Vimeo.

Infos und Kontakte zum Thema