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China spiegelt die Nicht-Nachhaltigkeit der Entwicklung  in den Wohlstandszonen der "Einen Welt"

Seit dem Start der Wirtschaftsreformen in China im Jahre 1980 hat sich die Wirtschaftsleistung des Landes verzehnfacht. Die wirtschaftliche Aufholjagd des bevölkerungsreichsten Landes der Welt geht einher mit einer beispielslosen Ausdehnung des Energieverbrauches. Allein in den ersten sechs Jahren des neuen Jahrtausends stieg Chinas Energiekonsum um gut eine Milliarde Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) pro Jahr. Das ist das Doppelte des gesamten Jahresverbrauches in Deutschland. Im Jahre 2006 gingen in China neue Kraftwerke mit einer Kapazität von 105 000 Megawatt ans Netz was der Kraftwerkleistung Deutschlands entspricht. Drei Viertel der neuen Stromfabriken werden mit Steinkohle betrieben.

Sechs Millionen Chinesen fördern in rund 24000 Bergwerken über zwei Milliarden Tonnen Kohle und damit 45 Prozent der gesamten Weltproduktion. Aus alten Anlagen quellende Schwefelabgase sorgen dafür, dass 16 der 20 Städte mit der weltweit höchsten Luftverschmutzung  in China liegen. An den Folgen sterben hier jährlich rund eine halbe Millionen Menschen. 30 Prozent der Landfläche sind vom Sauren Regen bedroht.

Als Kohlendioxid Emittent hat China die USA bereits überholt. Und ein Ende des Booms ist nicht absehbar. Indien nimmt die gleiche Entwicklung. Im Jahre 2006 gehörte Indien bereits zu den Top Ten der CO2 Produzenten. Schon 2020 soll der Verbrauch chinesisches Niveau erreichen.

Wer nach Maßnahmen ruft, muss die Frage stellen, wer von der Entwicklung der "Schwellenländer" bisher am meisten profitierte. Allein im Jahre 2006 haben ausländische Unternehmen mehr als 70 Milliarden Dollar in China investiert. Schon 34 Prozent der dortigen Wirtschaftsleistung beruht auf Exporte. Mindestens ein Drittel des Verbrauchszuwachses an Strom und Treibstoff dient der Herstellung von Waren für Märkte in Übersee.

 Quelle: Schumann/Grefe Der Globale Countdown S. 307 - 310