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Treib(haus)stoffe künftig mit noch mehr Schadstoffen

Die Treibhausgasemissionen fossiler Kraftstoffe steigen in den kommenden Jahren massiv an weil zunehmend unkonventionelle Ölquellen wie Teersand oder Schwerstöl für die Kraftstoffproduktion ausgebeutet werden. Diese weisen bis zu zweieinhalb Mal so hohe CO2-Emissionen auf wie die herkömmliche Erdölproduktion. Auch deren Emissionen steigen durch immer aufwendigere Förderungstechnologien um bis zu 50 Prozent. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Studie über die Auswirkungen fossiler Kraftstoffe, die der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) in Auftrag gegeben hat. Als Konsequenz fordert der BEE in Übereinstimmung mit dem WWF Deutschland verbindliche Nachhaltigkeitsstandards für fossile Kraftstoffe. Solche Standards müssten Obergrenzen für CO2-Emissionen ebenso umfassen, wie den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und die sachgerechte Entsorgung anfallender Schadstoffe.

Quelle: Klimawandel.de am 25.11.2009 .

Erste Anzeichen von Rückkopplung durch Auftauen sibirischer Permafrostböden?

Australische, britische und US-amerikanische Wissenschaftler berichten, dass seit 2007 die fast zehn Jahre stagnierende Konzentration des Methans in der Atmosphäre wieder zunimmt. Als Treibhausgas ist Methan ungefähr 25mal so effektiv wie CO2. Sein Anteil am Treibhaus-Problem beträgt derzeit 16 Prozent.

Methan wird überall produziert, wo Bakterien unter Luftabschluss organisches Material zersetzen: In Sümpfen, in Kuhmägen, in alten Mülldeponien, auf überfluteten Reisfeldern. Es entsteht auch, wenn feuchtes Holz und andere nasse Biomasse verbrannt wird, und es kann bei der Förderung von Erdöl und Erdgas entweichen. Auch das gefürchtete Grubengas in Kohlebergwerken besteht überwiegend aus Methan.

In den vergangenen 650.000 Jahren hat der natürliche Methangehalt der Atomsphäre stets zwischen 320 und 790 Milliardstel Volumenanteilen (ppb) geschwankt. Seit Beginn der Industrialisierung ist er jedoch auf 1.774 ppb im Jahre 2005 hochgeschnellt.

 Über die genaue Quelle kann bisher nur spekuliert werden, aber die Autoren weisen daraufhin, dass es 2006/2007 in Sibirien ganz ungewöhnlich warm gewesen ist.

Das wäre allerdings Wasser auf die Mühlen jener Fachleute, die seit längerem davor warnen, dass die Erwärmung in den hohen Breiten den Treibhauseffekt verstärken wird. Einst dauerhaft gefrorener Boden kann sich dort in Methan produzierende Sümpfe verwandeln

Quelle: taz vom 3.11.08

Fleischverzehr: Übermaß gefährdet die Klimastabilität

Die Viehhaltung produziert weltweit 18 Prozent der anthropogenen Treibhausgase und 80 Prozent der Emissionen innerhalb des Agrarsektors.

Das ständige Rülpsen und Pupsen von mittlerweile 1.5 Milliarden Rindern sowie 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen setzt  schätzungsweise 80 Millionen Tonnen Methan im Jahr frei. Der Umstieg auf Schweinefleisch hilft nur bedingt, denn auch aus Gülletanks entweicht Methan.  

Jede Tonne Methan trägt 23-mal so viel zum Treibhauseffekt bei wie eine Tonne Kohlendioxid. Dazu kommt noch das aus den Gülleseen und Dungbergen freigesetzte Lachgas oder Distickstoffoxid, das 300-.mal so klimawirksam ist wie Kohlendioxid.

Energieaufwendige Mechanisierung, Produktion und Transport von Futterpflanzen oder Kunstdünger bedingen auch den Ausstoß von Kohlendioxid.

Weltweit werden pro Jahr  90 Millionen Tonnen Erdöl oder Erdgas zu Stickstoffdünger verarbeitet was zu 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen führt.

In Deutschland werden  fast zwei Drittel des Stickstoffdüngers nur für das Viehfutter verwendet.

Zur Reduzierung des Treibhauseffektes müsste der Verzehr von Fleisch drastisch zurück gehen. Doch die FAO rechnet mit einer Verdopplung des Fleischverzehrs bis 2050 und fordert daher, die Umweltauswirkungen pro Stück Vieh zu halbieren.

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau fordert statt einzelne technische Maßnahmen einen Umstieg auf Ökolandbau. Durch optimalen Einsatz von Dung, Fruchtfolge und zeitweilige Flächenstilllegung werden Ressourcen geschont.

Quelle: Taz vom 23.2.2007

Mehr Infos zum Problem des übermäßigen Fleischverzehrs

Wüstenbildung verstärkt Treibhauseffekt

Nach Angaben des Wüstensekretariats der Vereinten Nationen in Buenos Aires wird die Auswirkung des Zustands der Böden auch auf die Entwicklung des Klimas insgesamt unterschätzt. Überall wo Wüsten entstehen, wird auch das klimaschädliche Gas CO2 freigesetzt. Deshalb müsste alles getan werden, um die Versteppung und Verwüstung des Bodens zu stoppen. Die Welternährungsorganisation FAO in Rom warnt vor Hungersnöten am Horn von Afrika. Schlechte Ernteaussichten, wenig Niederschlag sowie militärische Konflikte und Vertreibungen verschlechtern die ohnehin schon unsichere Versorgungslage in der Region. Dort sind 20 Millionen Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen.

Quelle: Afrika life 22.09.09

Klimasünder Landwirtschaft

Die Landwirtschaft verursacht etwa zehn Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen und trägt damit zur Klimaerwärmung bei. Durch die Umstellung auf Öko-Landwirtschaft ließe sich mehr als die Hälfte dieser Emissionen einsparen.

Quelle foodwatch

Greenpeace-Report: Industrielle Landwirtschaft treibt Klimawandel voran

Eine der größten globalen Quellen für klimaschädliche Treibhausgase ist die Landwirtschaft. Ein von Greenpeace veröffentlichter Report zeigt auf, dass sie bis zu einem Drittel der weltweiten Treibhausgase erzeugt - unter anderem durch die Überdüngung der Äcker mit Stickstoff. Autor des Reports, der anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin (18.-27. Januar) veröffentlicht wurde, ist der Wissenschaftler Pete Smith von der britischen Universität Aberdeen. Er verfasste bereits den Landwirtschaftsteil des 4. Berichtes des UN-Klimarates IPCC zum Zustand des Weltklimas.
 

Quelle: EPO Newsletter 14.01.08

Weitere Infos...

BIOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT REDUZIERT TREIBHAUSGAS-EMISSIONEN

Vergleiche der Treibhausgasemissionen aus dem Ackerbau zeigen, dass die Bewirtschaftung nach den Richtlinien des biologischen Landbaus zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen führt. So werden nach einer Umstellung von einem intensiven konventionellen Betriebsmodell auf biologischen Landbau 50 % weniger Kohlendioxid und 80 % weniger Methan emittiert. Die Lachgasemissionen werden um fast 99 % reduziert.

Quelle: Bio-Fach Newsletter Nr. 143

BUND: Industrielle Landwirtschaft Teil des Problems

Etwa 18 Prozent der Treibhausgase werden durch die Landwirtschaft verursacht. Neben Kohlendioxid (CO2) werden hier die Treibhausgase Methan (CH4) und Lachgas (N2O) frei. Hauptquellen sind der Viehbestand und der Einsatz von synthetischem Stickstoffdünger.

Kohlendioxid

Weltweit werden im Jahr 90 Millionen Tonnen Erdöl oder Erdgas zu Stickstoffdünger verarbeitet. Das führt zu 250 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Mit dieser Menge könnte die gesamte Bevölkerung Deutschlands nach Südafrika und zurück fliegen.

Lachgas

Ein Teil des Stickstoffdüngers wird in Lachgas umgewandelt, das rund 300 Mal klimaschädlicher ist als CO2. In Deutschland herrscht auf den landwirtschaftlichen Flächen kontinuierlich ein Stickstoffüberschuss. Dies führt zu unnötigen Mengen an Lachgas und zu Nitrat im Grundwasser

ca. 30 Prozent geringere Flächenerträge, die Energieaufwendungen liegen jedoch um fast 50 Prozent niedriger. Deshalb ist Ökolandbau in Bezug auf die eingesetzte Energie effizienter.


CO2-Bindung

Der Boden ist als Speicher organischer Substanz eine indirekte Kohlenstoffsenke. Bestes Beispiel sind die Moore. In dicken Schichten pflanzlichen Materials sind große CO2-Mengen gespeichert (oder, so der Fachausdruck: „festgelegt“). Durch den höheren Humusanteil können ökologisch bewirtschaftete Flächen 12 bis 15 Prozent mehr Kohlenstoff im Boden speichern. Pro Hektar und Jahr wird so eine CO2-Menge von 575 bis 700 Kilogramm in den Boden zurückgeführt.
BUND-Fazit: Ökolandbau ist Klimaschutz!

Der ökologische Landbau spart also nicht nur Klimagase ein, sondern legt auch mehr klimaschädliches CO2 im Boden fest. Daher muss der Ökolandbau auch unter Klimagesichtspunkten gefördert werden. Hierzu müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, insbesondere müssen die Subventionen umverteilt werden.

 

 Im Ökolandbau sind synthetische Dünger verboten. So spart Ökolandbau pro Hektar 50 bis 200 Kilogramm synthetischen Stickstoffdünger ein. Damit sind die CO2-Emissionen pro Hektar etwa um die Hälfte niedriger als im konventionellen Landbau.. Der Ökolandbau wirtschaftet nach dem Kreislaufprinzip und sorgt dafür, dass Klima und Gewässer geschont werden.

 

Übergewicht beschleunigt Erderwärmung

Nach Angeben des Medizinprofessors Ian Roberts von der London School of Hygiene and Tropical Medicine beschleunigt Übergewicht den Klimawandel. Dicke konsumieren 40 Prozent mehr Nahrungsmittel als Schlanke und neigen zu einem Überkonsum von Zucker und Fettes, zu deren Herstellung sehr viel Energie aufgewendet wird. Außerdem fahren sie mehr Auto, benutzen öfter Fahrstühle und Klimaanlagen.

Quelle: Schrot&Korn, September 2007

Kanadas Waldschwund verstärkt Treibhauseffekt

Abholzungen Kanadischer Wälder durch die Papier- und Holzindustrie setzen ebenso viel CO2 frei wie der Autoverkehr des Landes. Lange Zeit glaubte die Wissenschaft, dass Wälder CO2 neutral seien. Doch inzwischen ist die Erkenntnis gereift, dass vor allem ältere Bäume sehr viel mehr CO2 absorbieren, als sie in die Atmosphäre abgeben.

Zudem brennen in Kanada jedes Jahr 7,6 Millionen Hektar Wald. In den borealen Regionen, in denen die Urwälder kälterer Klimazonen liegen, hatte sich die Feuerintensität in den Jahren 1970 und 1990 verdoppelt. Eine Ursache der verstärkten Waldbrände ist der Treibhauseffekt, der zunehmende Trockenheit bedeutet. Auch die Verbesserung der Lebensbedingungen von Wärme und Trockenheit liebenden Holzschädlingen wie dem Borkenkäfer trägt zum Waldschwund bei.

Für die nördlichen Regionen prognostiziert der wissenschaftliche Weltklimarat IPCC eine Erhöhung der durchschnittlichen Temperaturen in den nächsten 100 Jahren um 4 bis 10 Grad C, was die Wahrscheinlichkeit unkalkulierbarer Rückkopplungseffekte erhöht.

Über die Hälfte der Permafrostböden im Norden Kanadas ist mit Wald bedeckt, der das Auftauen der permanent gefrorenen Böden und damit die Freisetzung des Treibhausgases Methan verlangsamt.

Derzeit sind nur 8 % der Wälder Kanadas geschützt, wägrend sich drei Viertel in er Hand von Holzfäller-Unternehmen befindet.

Quelle: Svenja Bergt in der Taz vom 11.4.08