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2 Grad Erwärmung nicht realisierbar?

Studien des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, des Instituts für Weltwirtschaft Kiel und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie kommen zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel weitaus schneller und drastischer verlaufen als bisher angenommen.

Den Studien nach steigt der Meeresspiegel bis 2100 um knapp einen Meter an - bisher gingen Forscher von maximal 60 Zentimetern aus. Auch die Erwärmung der Erdatmosphäre könnte nach den neuen Berechnungen über dem bisher erwarteten Wert liegen: mit prognostizierten 2,4 Grad für die mittlere globale Temperaturerhöhung würde die kritische Marke von zwei Grad durchbrochen werden. Diese gilt als der maximale Wert, bei dem die Auswirkungen des Klimawandels noch beherrschbar blieben.

Mit einer Steigerung um mehr als zwei Grad drohen so genannte Kipp-Elemente das Klimasystem zusätzlich belasten. Als solches Kipp-Element gilt zum Beispiel das Eis in der Arktis. Würde das abschmelzen, stiege nicht nur der Meeresspiegel stärker; zudem würden große Mengen Treibhausgase freigesetzt, die zuvor im Eis gespeichert waren. Das würde die Erwärmung weiter verstärken.

Veerabhadran Ramanathan und Yan Feng, die ihre Forschungsergebnisse in der Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht haben, sehen als Ursache für den stärkeren Temperaturanstieg vor allem die Aerosole. Die kleinen Partikel, die unter anderem mit der Verbrennung von Kohle ausgestoßen werden, bilden eine Art Schirm um die Erde, der die Sonneneinstrahlung abmildert. Damit erwärmt sich die Erde nicht ganz so stark. Gleichzeitig reichert sich durch die Verbrennung jedoch auch Kohlenstoffdioxid an. Dies sorgt, ähnlich wie die Scheiben eines Treibhauses, für eine Erwärmung der Atmosphäre. Die beiden Effekte gleichen sich nicht aus, im Gegenteil: Das CO2 hält sich jahrzehntelang, die Aerosole nur wenige Jahre. Nimmt also der schützende Aerosolschirm ab und das CO2 bleibt, erwärmt sich die Erde noch stärker als zuvor.

Quelle: taz, 9.10.08

Trotz Kioto beunruhigende Steigerung des CO2 Ausstoßes

Die Studie "Carbon Budget 2007" des Global Carbon Projects (GCP) belegt, dass der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre 2007 bereits um 37 Prozent über dem Wert des Bezugsjahres 1750 lag.

Nach Daten der Ende September 08 vorgestellten Studie stieg der CO2-Anteil in der Atmosphäre im Jahre 2007 um 2,2 Teile pro Million Teile (ppm) auf 383 ppm. Im Vorjahr hatte der Anstieg noch 1,8 ppm betragen. Die derzeitige Konzentration sei "die höchste in den vergangenen 650.000 Jahren, wahrscheinlich sogar in den vergangenen 20 Millionen Jahren", heißt es in dem Bericht. "Es ist beängstigend", sagte Corinne Le Quéré, Professorin für Umweltwissenschaften an der Universität von East Anglia, "die Dinge geschehen sehr, sehr schnell."

Seit dem Jahr 2000 stiegen die CO2-Emissionen viermal schneller als im Jahrzehnt zuvor. Der weltweite Ausstoß lag im Jahr 2007 um drei Prozent über dem Vorjahrswert.

Besonders dramatisch: Wälder, Meere oder Böden, die das Treibhausgas bisher teilweise aufnehmen und damit die Atmosphäre entlasten konnten, fallen zunehmend als CO2-Senken aus - sie sind schlicht überfordert mit den Emissionsmengen. In den Jahren 2000 bis 2007 konnten sie noch 54 Prozent des ausgestoßenen CO2 aufnehmen.

Quelle: Taz vom 27.09.08

China erstmals größter CO2 Eminent

Erstmals emittierte China mehr Kohlendioxid als die USA und nimmt damit nun die weltweite Spitzenposition ein. Im Jahr 2007 stieß das Land 1,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus, die USA kamen auf 1,59 Milliarden Tonnen. Gleichwohl liegt der Pro-Kopf-Ausstoß in China mit 2,65 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner noch deutlich niedriger als in den USA mit 20 Tonnen; in Deutschland sind es derzeit 10 Tonnen.

Russland lag im Jahr 2007 auf Platz drei der Klimasündertabelle, dicht gefolgt von Indien, das in Kürze vermutlich Russland überholt. Entwicklungsländer sind bereits für 53 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Deutschlands Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen ist derzeit 3,5 Prozent.

Die Entwicklung im vergangenen Jahr war international unterschiedlich: In den USA stieg der Ausstoß um zwei Prozent, während er in Dänemark um acht Prozent zurückging. In Deutschland und Großbritannien sank er um drei Prozent, in Frankreich und Australien um zwei Prozent

Quelle: Taz vom 27.09.08

Neues Problembewusstsein

Seit Anfang 2007 berichten Chinas Medien fast täglich über die Klimagefahr. Die Erderwärmung ist bereits deutlich zu spüren. Allein 2006 verzeichnete China durch gewaltige Taifune und extreme Dürren volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 240 Milliarden Dollar.

Quelle: Schumann/Grefe Der Globale Countdown S. 312

Regional schneller auf der Kippe

Der globale Klimawandel scheint langsam und graduell vor sich zu gehen. In bestimmten Regionen der Erde kann der menschliche Einfluss aufs Klimasystem jedoch sprunghafte und teilweise unumkehrbare Entwicklungen anstoßen. Für diese Bestandteile des Erdsystems führte ein internationale Forscherteam um Timothy Lenton von der britischen University of East Anglia in Norwich (UEA) und Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).den Begriff „Tipping Elements“ (deutsch: Kippelemente) ein.

Eines dieser Kippelemente ist der Meeresströmungskreislauf der so genannten Thermohalinen Atlantikzirkulation (THZ), zu welcher der Nordatlantikstrom gehört. Laut dem 2007 erschienenen UN-Klimabericht könnte sich dieses Strömungssystem mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu zehn Prozent noch in diesem Jahrhundert abrupt verändern.

Unangenehme Überraschungen könnten das Festlandeis Grönlands, der Amazonas-Regenwald, die Wälder in nördlichen Breiten, das El-Niño-Phänomen und den westafrikanischen Monsun bereiten.

Wegen der potenziell dramatischen Auswirkungen des Kippens dieser Elemente rechnen die Autoren damit, dass der Klimaschutz verstärkt wird. Es müssten auch neue Anpassungsstrategien an den Klimawandel gefunden werden, die über bisherige Schritt-für-Schritt-Konzepte hinausgehen.

Quelle: Umweltschutz-News.de "Kippelemente - kritische Punkte im Klimasystem der Erde
06.02.2008"

Sechs Grad

Der ehemalige Umweltminister Dänemarks Svend Auken geht von einem Anstíeg der globalen Temperaturen um fast sechs Grad aus.

Taz vom 8.11.2007

Erwärmung beschleunigt sich

Laut einer internationalen Studie, die in der Zeitschrift Proceedings of National Academies of Sience stieg der Ausstoß von Kohlendioxid in den Jahren von 2000 bis 2005 dreimal so schnell, wie in den 1990er-Jahren. Von 1990 bis 1999 kletterte der  Kohlendioxid-Ausstoß um durchschnittlich 1,1 Prozent, seit 2000 sind es 3 Prozent. Klimaforscher glauben nun, dass das Ziel der EU, den globale Temperaturanstieg auf 2 Grad weltweit zu begrenzen, nicht mehr zu schaffen ist. Da ein Anstieg der  Temperaturen über 2 Grad für nicht mehr beherrschbar gehalten wird, dürfte die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre 420 ppm nicht überschreiten. Derzeit liegt er bei 387 ppm.

Taz von 23.Mai 2007

30 Zentimeter bis ein Meter

Ein Studie des Max Plank Institut für Meteorologie  kommt zu dem Ergebnis, dass  je nach Annahme über die Entwicklung der Emissionen im 21. Jahrhundert mit einer globalen mittleren Erwärmung um 2,5 bis 4,1 Grad C gerechnet werden muss. Diese Erwärmung führte zu einem Meeresspiegelanstieg im globalen Mittel um etwa 30 Zentimeter, in höheren Breiten jedoch um etwa einen Meter, in der Nordsee um 40 Zentimeter.

Quelle BMU Webseite vom 15.10.2005

Erwärmung im Ostseeraum überdurchschnittlich hoch

Der Ostseeraum hat sich im vergangenen Jahrhundert um 0,1 Grad stärker erwärmt als die durchschnittliche Erderwärmung (0,85 Grad). Berechnungen des Instituts für Küstenforschung in Geesthacht prognostizieren für den Ostseeraum bis zum Ende des Jahrhunderts eine Temperaturerhöhung von 5 Grad.

Taz vom 22.01.08  

Zwei Grad nicht ohne

Experten der internationalen Taskforce zum Klimawandel gehen davon aus, dass bereits eine Erderwärmung um zwei Grad seit dem Beginn des Industriezeitalters zu weitflächiger Dürre, Ernteausfällen und Trinkwassermangel führen werden. Seit 1750 stiegen die Temperaturen bereits um durchschnittlich knapp ein Grad. Kommt ein weiteres Grad hinzu, ist mit dem Abschmelzen der Polkappen zu rechnen.

Quelle: ND 29./30 01.2005 unter Berufung auf die jüngste Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins "Nature".

11,5 Grad?

Weltumspannende Computersimulationen, die an der Universität Oxford  ausgewertet wurden, kommen (Ende  2004) zu dem Ergebnis, dass die Erderwärmung noch in diesem Jahrhundert bis zu 11,5 Grad Celsius erreichen könnte. Bisher wurde eine Erwärmung um bis zu 5,8 Grad C als "Worse Case" angenommen. Als durchschnittlich zu erwartende Erderwärmung errechneten 2000 Computersimulationen  einen Temperaturanstieg von 3,4 Grad C .

Quelle: ND 29./30 01.2005 unter Berufung auf die jüngste Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins "Nature".

Wie vor 130.000 Jahren?

Bis zum Jahr 2100 könnten auf der Erde Zustände herrschen wie in der so genannten Eem-Warmzeit vor rund 130.000 Jahren. Das würde eine Temperaturerhöhung um 3 bis 5 Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts bedeuten, ein schnelles Abschmelzen der arktischen und antarktischen Eisschichten und in der Folge einen Anstieg des Meeresspiegels um 4 bis 6 Meter. 4 bis 6 Meter!

Quelle: Zeit Wissen. Klima http://www.zeit.de/online/2006/13/eis am 26.3.06

Wassermangel in Südeuropa prognostiziert

16 europäische Forschungsinstitute unter der Koordination des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung kommen in einer gemeinsamen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass in Südeuropa immer häufiger mit Wassermangel zu rechnen ist und Flüsse, die sich aus den Alpen speisen, immer häufiger über die Ufer treten werden. Die Forscher gehen für das Jahr 2080 von einem Kohlendioxidgehalt zwischen 518 und 779 ppm (parts per million)  aus. Der heutige Anteil des Treibhausgases liegt bei 370 ppm, in vorindustriellen Zeiten hatte er bei 280 ppm gelegen.

Quelle: Taz vom 1.11.05  S. 9

Trockner und weniger Schnee

Nach einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zu den regionalen Auswirkungen -  bis 2010 - prognostizierter Klimaveränderungen wird es im deutschen Nordosten wird es im Sommer zu 30 Prozent weniger regnen. Auch in Süddeutschland wird es trockener. Die Studie beruht auf Simulationen des Klimarechenzentrums am Max-Plank-Institut in Hamburg. Der größte Temperaturanstieg wird für den Winter im Südosten erwartet. Das hat massive Auswirkungen auf den Fremdenverkehr, denn in den Alpen fiel bisher ein Drittel der Niederschläge als Schnee. Künftig wird es nur noch ein Sechstel sein.  In den vergangenen 10 Jahren haben extreme Wetterereignisse in Deutschland etwa 16.7 Milliarden € gekostet Bis 2050 gehen die Forscher von einer jährlichen Steigerung von 27 Milliarden € aus. Die Klimamodelle rechnen allerdings mit verbesserten Klimaschutz-Maßnahmen, welche die Temperaturerhöhung auf durchschnittlich zwei Grad begrenzen soll. Eine Fortschreibung der bisherigen Praxis würde die Temperaturerhöhung aber auf 4 Grad C verdoppeln. 

Das UBA forderte deshalb von der Bundesregierung, bis 2010 seine Treibhausemissionen um 40 Prozent und bis 2050 gar um 80 Prozent zu reduzieren.

Quelle: Taz vom 26.4.06

Seen und Feuchtgebiete Brandenburgs verlieren Wasser

Die Seen Brandenburgs verlieren von Jahr zu Jahr Wasser. Viele Tümpel und manch kleiner See ist schon ausgetrocknet. In anderen Seen ist der Wasserspiegel um bis zu zwei Metern gesunken. In Brandenburg ist das Grundwasser, das in den Seen an die Oberfläche tritt, seit Beginn der 1990er Jahre um 70 cm gesunken.  Hauptursache sind die heißer werdenden Sommer. Die Niederschlagsmenge hält mit der Verdunstungsrate nicht mehr stand. Wenn in heißen Sommern die Spree kaum noch fließt,  sterben die Muscheln, die für die Reinigung des Wassers sorgen.

Neben dem Klimawandel und der Jahrhunderte währende Praxis der Trockenlegung von Feuchtgebieten liegen die Ursachen in den Kiefernwald-Monokulturen in Brandenburg. Nadelbäume verdunsten selbst im Winter Wasser. Würde nur ein Drittel des Baumbestands in Laubwald umgewandelt, ließe sich dadurch mehr Grundwasser gewinnen, als  Berlin und Brandenburg überhaupt verbrauchen.

Quelle: Taz vom 26.07. 2006

Der Müggelsee wird immer wärmer

Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) stellten fest, dass der Berliner Müggelsees in den letzten dreißig Jahren um mehr als zwei Grad Celsius im Jahresmittel wärmer geworden ist. Der Zeitraum, in dem sich Eis entwickeln kann, hat sich um 20 Tage verkürzt. Der Frühling beginnt im Wasser bereits um drei bis vier Wochen früher als noch vor dreißig Jahren. Extremereignisse, wie sehr heiße Sommer, haben Sauerstoffmangel und verstärkte Nährstofffreisetzung zur Folge, was zu vermehrtem Algenwachstum führt. Insbesondere hat das Risiko der Blüte von Cyanobakterien (Blaualgen) aufgrund der hohen Wassertemperaturen im Sommer stark zugenommen.
 

Quelle: http://www.fv-berlin.de/pm_archiv/2008/27-mueggelsee.html

Trockenes Nildelta?

Laut WBGU-Studie ist besonders das bevölkerungsreiche Nildelta  von zunehmender Dürre und Wasserknappheit infolge des Klimawandels  bedroht.

Quelle: Taz von 7.6.07

Klimaflüchtlinge

Nach Angaben des WBGU liegt die Zahl der Umweltflüchtlinge in Somalia bereits heute bei 390.000, im Sudan sind es 690.000 Menschen. 

Quelle: Taz von 7.6.07