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Klimawandel macht Meere sauer

Die Gefahr wächst, dass die Meere mit der steigenden Kohlendioxidaufnahme saurer werden können, mit bisher nicht berechenbaren Auswirkungen auf die für die Meeresökosysteme wesentlichen Kalk bildenden Organismen wie Korallen, Muscheln und Schnecken. Diese neue Bedrohung wirkt auf Küsten und Meere, die schon durch zu hohe Schad- und Nährstoffeinträge, Plastikmüll, Rohstoffabbau, Umgestaltung der Küsten
und Flussmündungen und immer mehr Unterwasserlärm stark belastet sind.

Quelle: BfN Pressemitteilung 30.04.08

Die Libanonzeder droht auszusterben

Die Zeder, das Wahrzeichen des Libanons, ist vom Aussterben bedroht. Ein Viertel des Zedernbestandes des Libanon steht in der bergigen Region Schuf. 1996 wurde hier ein Gebiet von 2.000 Hektar zum Schutzgebiet. Einige der Zedern dort werden auf ein Alter von 2000 Jahren geschätzt. Die Bäume wachsen in einer Höhe von 1.200 bis 1.800 Metern. Sie brauchen Schnee, um zu gedeihen. Ohne dass es für mehrere Tage eine Kombination aus Regen, Schnee und Forst gibt, werden die Samen nicht ausgestreut. Und ohne Kälte kann der Samen nicht keimen. Zunehmend erhöhte Temperaturen und Trockenheit setzen den Zedern immer mehr zu. Die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte bedrohen deshalb die Zeder. In der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation ist der immergrünen Baum schon als "stark bedrohte Art" geführt.

Quelle: taz vom 27.03.09

Die Größten Verluste drohen kältebedürftigen Arten

Unter der Annahme, dass die Temperaturen in Europa bis zum Jahr 2100 um 3 Grad steigen werden, haben britische Ornithologen für jede Brutvogelart errechnet, wo sie künftig leben könnte.

Die auf Klimamodellen fußende Studie sagt voraus, dass sich die Brutgebiete der Vögel durchschnittlich um etwa 550 Kilometer nach Nordosten verlagern und um rund 20 Prozent schrumpfen werden. Die größten Verluste drohen kältebedürftigen Arten, die in den Alpen und der Arktis brüten. Wenn durch Erwärmung die Klimazonen in den Alpen "bergauf wandern", verschiebt sich die Brutzone des Alpenschneehuhns immer mehr in die Gipfelzonen - bis es nicht mehr höher geht. Das Aussterben der Art ist die Folge. Auch an Feuchtigkeit gebundene Arten wie Weißstorch, Kiebitz und Kranich werden Schwierigkeiten bekommen, Futter zu finden oder geschützt in Sümpfen brüten zu können.

Viele im Vogelatlas errechneten Ergebnisse bestätigen Trends, die sich schon heute abzeichnen. Wärmeliebende Arten wie Bienenfresser, Wiedehopf oder Zwergohreule breiten sich bereits nordwärts aus. Sie könnten gegen Ende des Jahrhunderts in weiten Teilen Deutschlands vorkommen. Auch die 110 Großtrappen, die als Steppenvögel bisher in Brandenburg nur durch intensive Schutzmaßnahmen überlebt haben, könnten dann Aufwind bekommen - falls ihnen nicht Biosprit-Intensiväcker neue Probleme machen.

Quelle: taz vom 16.01.08

30 bis 40 Prozent der europäischen Pflanzenarten ...

... sind durch den Klimawandel bedroht. 2080 könnten diese Pflanzen ausgestorben sein. Das ist das Ergebnis einer Studie des von der EU geförderten Forschungsprojektes ALARM.

Bei weiteren ungehemmten weltweiten Wirtschaftswachstum würden 50 Prozent aller europäischer Pflanzen aussterben.  Das günstigste der drei Szenarien geht von einer nachhaltigen Entwicklung aus. Doch auch dann wären bis 2080 rund ein Viertel der europäischen Pflanzen ausgestorben. Beim - wahrscheinlichsten - mittleren Szenario wären es 30 bis 40 Prozent. Die durchschnittliche Temperatur wäre um 4 Grad erhöht, die Kohlendioxidkonzentration verdoppelt.

Vor allem die Alpen und die Pyrenäen, der Mittelmeerraum und Osteuropa sind vom Rückgang der Pflanzen betroffen, da es dort häufig eine sehr spezialisierte Flora gibt. Weniger betroffen sind Sandinavien und die Vegetation am Atlantik.

Quelle: Taz vom 11.4.06  

Wunderwerk der Evolution und Nahrungsgrundlage des Kabeljaunachwuchses vom Klimawandel bedroht

Im Sommer gibt es in der Nordsee nicht nur für die wenige Millimeter großen Ruderfußkrebse mit den langen, zur Seite stehenden Antennen viel zu fressen. Die meisten ihrer Feinde haben dann ebenfalls zahlreiche Futteralternativen. Im Herbst, wenn es für den calarius finmarchicus immer gefährlicher wird,  treiben die jüngeren Ruderfußkrebse mit der Strömung westwärts in den offenen Atlantik. An einer Stelle, wo das Wasser in 1000 Meter Tiefe fast den Gefrierpunkt erreicht, sinken sie ab und halten in dem nur selten von anderen Lebewesen durchstreiften Gebiet ihren Winterschlaf. Im Frühjahr steigen sie wieder auf und dank günstiger Strömung treiben die Eier nach der Paarung  zurück in die Nordsee.

Doch in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Ruderfußkrebse deutlich reduziert. Zum einen ist die kalte Wassermasse geschrumpft, in der die Tiere überwintern können, zum Zweiten sind die Winde unzuverlässiger geworden, so dass weniger Eier die Nordsee erreichen. Das ist nicht nur ein Problem für die Calanus, auch der Kabeljaunachwuchs darbt, weil die Krebse seine Hauptnahrung sind.

Quelle: Anette Jensen: "Bestandsaufnahme im Schlamm", Taz vom 14.04.08

Doch kein Dünge-Effekt

In dem Hitzesommer 2003 war das Wachstum der Pflanzen um ein Drittel eingeschränkt. Entsprechend weniger Kohlendioxid wurde gebunden. Die vom Max-Plank-Institut in Jena ermittelten Daten widersprechen der bis dahin geltenden Auffassung eines "Dünge-Effektes" auf die Pflanzen aufgrund vermehrter Aufnahmen von Kohlendioxid.

 

Quelle: Taz vom 27.09.05

In der Nordsee haben sich mehrere Fischpopulationen in den letzten 25 Jahren über hundert Kilometer in Richtung Norden orientiert. Die Restbestände des Kabeljaus etwa werden bald ganz in Richtung Arktis verschwunden sein. Zugleich findet ein gewisser Ausgleich statt, weil Sorten aus dem Süden in die Nordsee einwandern.

In den tropischen Gewässern vor Südamerika, Afrika und Asien gibt es einen solchen Nachschub nicht. Die Produktivität des Ökosystems werde in äquatornahen Zonen generell sinken, befürchtet die FAO. Und einzelne Arten würden sich auch völlig aus diesen Gewässern zurückziehen. Für Länder, für deren Ernährung das Meer eine zentrale Rolle spielt, könne diese Entwicklung dramatische Folgen haben. Sie gefährde dort nicht nur die Ernährungssicherheit, sondern bedrohe auch hunderttausende von Arbeitsplätzen - gefährliche Arbeitsplätze übrigens. Weltweit arbeiten ca. 15 Millionen Menschen in der Fischerei, jährlich sterben dabei etwa 24.000, wie der FAO-Bericht festhält. Die Todesfallrate in der Hochseefischerei sei damit höher als im Bergbau oder in Steinbrüchen

Quelle: Taz vom 03.03.09

Polwärts

Eine Ende September 2006  im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sience (PNAS)  vorgestellten Studie hat die Temperatur auf der Erde derzeit den höchsten Stand der derzeitigen zwischeneiszeitlichen Periode erreicht, die vor 12.000 Jahren begann. Als Folge hätten 1.700 Pflanzen, Tier- und Insektenarten begonnen, polwärts zu wandern - in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts betrug die Wanderung durchschnittlich 6,5 Kilometer.

 

Quelle: Taz vom 29.September  2006

Klimawandel: Tropische Blaualgen wandern ein

Die tropische Blaualgenart Cylindrospermopsis raciborskii hat sich bis in die Seen Norddeutschlands ausgebreitet. Das ergab ein Projekt unter der Federführung des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Bei der Suche nach dem typischen Gift dieser Blaualge erlebten die Forscher jedoch eine Überraschung: Zwar konnten sie das Toxin Cylindrospermopsin (CYN) in hiesigen Seen nachweisen, doch es stammt gar nicht von der eingewanderten Art, sondern von heimischen Blaualgen.


Quelle:

Newsletter der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Weitere Informationen: www.igb-berlin.de

Klimawandel und Flächenfraß fördern Artenschwund

Bis zum Jahr 2050 werden die Lebensräume von mindestens 400 Vogelarten um mehr als die Hälfte schrumpfen. Forscher der University of California San Diego kamen zu dem Ergebnis, nachdem sie Szenarien des Millennium Ecosystem Assessment (MA)  zur künftigen Flächennutzung von Landwirtschaft und dem Einfluss des Klimas auf Vegetationstypen mit Angaben zum weltweiten Vorkommen der Vogelarten kombiniert hatten.  In den höheren Breiten bedroht vor allem der Klimawandel, in den Tropen eher Waldvernichtung die  Vogelwelt.

ND vom 11.07. 2007

 

Flugkilometer erzeugen am meisten CO2

Quelle: atmosphär

Nach einer Schätzung des BDH (Bund Deutscher Heizungsbauunternehmen) verbrauchen rund 24 Millionen der insgesamt 37 Millionen Wohneinheiten in Deutschland zu viel Energie. Gerade 10 Prozent aller Heizkessel sind auf dem Stand der Technik. Obwohl sich der Austausch  eines Heizkessels nach etwa 6 Jahren rechnen würde, werden diese bei Haussanierungen und -modernisierungen oft nicht erneuert.