Vertreter von 12 Weltreligionen und 31 christlichen Kirchen
kamen am 24. Januar 2002 im italienischen Assisi zusammen. Sie berieten -
übrigens auf Einladung des Papstes - über die Bedingungen für einen
globalen Frieden auf der Erde. Papst Johannes Paul II. selbst legte auf
diesem Treffen ein glühendes Bekenntnis zum christlichen Pazifismus ab:
"Nie wieder Krieg. Nie wieder Terrorismus. Stattdessen Vertrauen, Güte,
Gerechtigkeit, Frieden, Liebe." Am Schluss verpflichteten sich die
Vertreterinnen und Vertreter der anwesenden Religionen und Kirchen
(Buddhisten, Hindus, Moslems, Juden, Christen, Schintoisten, Sikkhs,
Vertreter von Naturreligionen...) auf folgende Prinzipien:
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Wir verpflichten uns, unsere
feste Überzeugung zu proklamieren, dass Gewalt und Terrorismus im
Kontrast zu einem echten religiösen Geist stehen. Wir verurteilen jeden
Rückgriff auf Gewalt im Namen Gottes oder der Religion und verpflichten
uns, alles Mögliche zu tun, um die Ursachen des Terrorismus auszumerzen.
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Wir verpflichten uns, die
Menschen zu gegenseitigem Respekt und zu gegenseitiger Hochachtung zu
erziehen, damit sich ein friedliches Zusammenleben zwischen den
Angehörigen unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen
verwirklichen lässt.
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Wir verpflichten uns, die Kultur
des Dialogs zu fördern, damit gegenseitiges Verständnis und Vertrauen
zwischen den Einzelnen und Völkern wachsen kann.
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Wir verpflichten uns, das Recht
jeder Person auf ein würdiges Leben gemäß ihrer eigenen kulturellen
Identität zu verteidigen.
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Wir verpflichten uns zum
aufrichtigen Dialog, um zu erkennen, dass die Begegnung mit einer
anderen Realität zu gegenseitigem Verständnis beitragen kann.
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Wir verpflichten uns, uns die
Irrtümer in Vergangenheit und Gegenwart zu verzeihen. Wir müssen uns im
gemeinsamen Bemühen unterstützen, Egoismus und Missbrauch, Hass und
Gewalt zu besiegen und aus der Vergangenheit zu lernen, dass Friede ohne
Gerechtigkeit kein echter Friede ist.
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Wir verpflichten uns, an der
Seite der Leidenden und Verlassenen zu stehen und uns zur Stimme derer
zu machen, die selber keine Stimme haben.
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Wir verpflichten uns, uns den
Schrei derer zu Eigen zu machen, die nicht vor Gewalt und vor dem Bösen
resignieren. Wir wollen der Menschheit eine echte Hoffnung auf
Gerechtigkeit und Frieden geben.
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Wir verpflichten uns, jede
Initiative zu ermutigen, die die Freundschaft zwischen den Völkern
fördert, in der Überzeugung, dass technologischer Fortschritt ein
steigendes Risiko von Zerstörung und Tod für die Welt einschließt, wenn
solidarisches Einverständnis unter den Völkern fehlt.
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Wir verpflichten uns, die
Verantwortlichen der Nationen aufzufordern, alle Anstrengungen zu
unternehmen - auf nationaler wie internationaler Ebene -, dass eine Welt
in Solidarität und Frieden erbaut und gefestigt wird. Wir, Angehörige
von unterschiedlichen religiösen Traditionen, werden nicht müde, zu
proklamieren, dass Frieden und Gerechtigkeit nicht voneinander zu
trennen sind, und dass Frieden in Gerechtigkeit die einzige Straße ist,
auf der die Menschheit in eine Zukunft der Hoffnung gehen kann
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