Future-on-Wings e.V.

WARUM AUF SCHWINGEN?

 

 

Beweggründe für die Entwicklung

zukunftsfähiger Nord-Süd-Ost-West-Beziehungen

 

Auswirkung des Klimawandels auf Vögel

Angetastete Menschenwürde  :: Artenschwund :: BAUMWOLLE MACHT PROBLEME :: bitterer KAKAO :: steigender Energieverbrauch :: übermäßiger Fleischverzehr :: Skandal Hunger und Unterernährung  :: Giftverzehr :: Gesundheitsgefährdung :: Gewalt :: Erderwärmung :: ungehemmter Naturverbrauch ::Tourismus ohne Einsicht :: Überfluss :: Übermacht :: Verwüstung der Meere :: Wasserkrise :: Ungleiche Nachfragemacht ::

WOHIN AUF SCHWINGEN?

Anhaltspunkte für zukunftsfähige Nord-Süd-Ost-West Beziehungen Schutz der biologischen Vielfalt

 

Kurz & gut:

Natur  & Umweltschutz

machen Fortschritte

 

FUTUTE LINKS

Links zur Biodiversität

Natur- und Umweltschutz

Klimawandel

Energiewende

Verkehrswende

 

Taz Dossier Biodiversität

 

 

Immer mehr Arten verschwinden. Sie verlieren ihre Lebensräume oder werden direkt geschädigt. Zum Beispiel durch Pestizide. Dabei geht es auch anders - ohne Chemie. Der Film zeigt, was Frosch, Wurm, Vogel und Blume davon halten.


Link zum Film (3 Min)

 

 

 

FUTURE - STATEMENTS

 

"Es ist, als hätten die Nationen der Welt beschlossen, all ihre Bibliotheken zu verbrennen, ohne nachzusehen, was eigentlich darin steht."

 

Prof. Daniel H. Janzen,

Universität von Pennsylvania

 

 

"Auch Deutschland hat einen großen Nachholbedarf bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt im eigenen Lande"


DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

 

 

  

 

 „Einen krasseren Kontrast zwischen der Artenvielfalt der brasilianischen Urwälder und den 30 Millionen Hektar Soja- und Zuckerrohr-Monokulturen, von denen die Agroenergie stammt, gibt es nicht. Die ersteren sind voller Leben, die letzteren biologische Wüsten.

Mehrere Millionen Hektar Soja wachsen bereits am Amazonas. (...) Die grüne Lunge der Erde liegt im Sprühnebel von Pestiziden und ist das Versuchslabor der Genindustrie.”

Klaus Schenck, Südamerikaexperte, Rettet den Regenwald e.V

Banner Rettet den Regenwald e.V.

 

 

 

 

ARTENSTERBEN BEDEUTET ZUKUNFTSVERLUST

Ohne Verallgemeinerung der Möglichkeit, Entwicklungsziele mit zu bestimmen, ohne Entwicklungsgerechtigkeit und ohne Verallgemeinerung des Vermögens, Schönheit, Reichtum und Nutzen der Natur zu bewahren, kann Fortschritt nicht nachhaltig sein.

Zum Amphibiensterben

Im Mai 2008 hatte Deutschland die 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt ausgerichtet. Bis 2010 sollen Artensterben und Verlust genetischer Vielfalt „entscheidend verringert“ werden. Eine große Herausforderung: Alle zwei Sekunden wird ein Fußballfeld großes Stück Urwald zu Gartenmöbeln, Fenster, Papier, Viehfutter, Margarine, Seife oder Biosprit verarbeitet. Wer soll einen effektiven Schutz der Primärwälder bezahlen?

Zunehmende Erkenntnisse über den Wert biologischer Vielfalt wecken das Interesse der Industrie. Wie können sich Bauern davor schützen, Patente ihrer eigenen Züchtungen kaufen zu müssen?

Als Großverbraucher und Treibhausgas-Emittent tragen vor allem auch Großstädte reicher Industrienationen globale Verantwortung. So tragen die Bestimmung und Umsetzung von Entwicklungszielen und -maßnahmen zur Steigerung des Konsums und der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Gütern aus kontrolliert biologischem Anbau direkt zur Bewahrung biologischer Vielfalt bei. Wo mein Bio-T-Shirt wächst, überleben auch Störche.

Kurzmeldungen.

17 000 von geschätzten 45 000 Spezies sind weltweit vom Aussterben bedroht, ...

... davon 5500 Tierarten. Ozeanien steht im Verdacht, möglicherweise an der Spitze dieser Entwicklung zu stehen. Vor allem die Zerstörung von Lebensräumen und die Einfuhr nicht einheimischer Spezies machen dem Artenreichtum hier zu schaffen. Zu diesem Fazit gelangt eine neue groß angelegte Studie, im Rahmen derer 24 000 wissenschaftliche Untersuchungen über den Zustand von Flora und Fauna auf den Inseln des pazifischen Ozeans zusammenfassend betrachtet und ausgewertet wurden.

Spezies, die auf einer vom Festland abgeschnittenen ozeanischen Insel angekommen waren, entwickelten zahlreiche zum Teil kuriose Unterarten, die nirgendwo sonst auf der Welt existieren. Beispielsweise gibt es auf einigen ozeanischen Inseln, auf denen keine großen auf dem Boden lebenden Raubtiere existieren, nicht selten flugunfähige Vögel.

 

Quelle: Fokus online vom 28.07.09, 18:37

Jede vierte Säugetierart vom Aussterben bedroht

Fast jede vierte Säugetierart ist vom Aussterben bedroht. Mindestens 1.141 der 5.487 bekannten Arten in dieser Gruppe finden sich auf der neuen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN).

Einige der bedrohten Säuger, etwa der chinesische Davidshirsch, gelten schon als in freier Wildbahn ausgestorben. Insgesamt bezeichnet die internationale Nichtregierungsorganisation nun 16.928 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. Das sind knapp 4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Bei den Säugetieren fehlen der IUCN nach eigenen Angaben in 836 Fällen genügend Daten, um den Zustand der Art beurteilen zu können. Die Naturschutzorganisation Conservation International schätzt deshalb, dass tatsächlich mehr als ein Drittel mit dem Aussterben kämpfen.

Für 188 Säugetierarten hat die IUCN die höchste Gefährdungsstufe ausgerufen. Vom Iberischen Luchs existieren zum Beispiel nur noch 84 bis 143 erwachsene Tiere. Auch unsere nächsten Verwandten im Tierreich, die Menschenaffen, könnten bald vom Antlitz der Erde verschwunden sein. Die Bestände von Gorillas, Schimpansen und Bonobos sind mindestens "stark gefährdet". Der Sumatra-Orang-Utan gilt bereits als akut vom Aussterben bedroht.

Die Zahlen dokumentieren Versagen bei den Bemühungen um Lebensraumschutz. Die Biologin Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife fordert die Europäische Union auf, für den Regenwaldschutz die Einfuhr von illegal geschlagenem Tropenholz zu verbieten.

Taz vom 7.10.08

Affen sterben aus

Fast die Hälfte der 634 auf der Erde lebenden Primatenarten sind vom Aussterben bedroht. Zu der Gattung der Primaten gehören alle Arten von Affen und Halbaffen. .

Auf einem internationalen Kongress der Internationalen Primatologischen Gesellschaft haben hunderte von Wissenschaftlern ihre Studien über die Gefährdung der Affen zusammengetragen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem die Affen in Asien und Afrika akut bedroht sind.

Ursachen sind die Abholzung von Regenwäldern, aber auch die Jagd auf Affen. So werden etwa in Vietnam und Kambodscha Gibbon-Affen gejagt, um sie als Haustiere oder zur Herstellung traditioneller Medizin nach China zu verkaufen. In Afrika sind schon seit Jahren alle Gorilla- und Schimpansenarten sowie der Bonobo-Affe gefährdet während weniger bekannte Arten wie der kleine Stummelaffe schon ausgestorben sind.

Die Experten halten den Schutz des Regenwalds für die wichtigste Aufgabe, um das Überleben der Primaten zu sichern. Der aber wird immer stärker für Sojafelder oder Ölpalmenplantagen gerodet.

In Asien wird das Palmöl genutzt, wie in Europa das Olivenöl. Es landet aber auch in Kosmetika und Margarine für den europäischen Markt. Seitdem es auch als Treibstoff genutzt wird, werden immer mehr tropische Bäume gefällt. Orang-Utan, die in den Olivenpalmplantagen nach Nahrung suchen, werden als Schädlinge betrachtet und abgeschossen.

In Afrika werden die Regenwälder vor allem für Sperrholz gerodet, was den Primaten auch deshalb zu schaffen macht, weil die Erschließung der Wälder die Jagd nach "Bush-Meat" erleichtert. Das ist auch für die Affen in Südamerika eine der größten Gefahren.

Quelle: Taz vom 5.8.08

72 % der Biotope Deutschlands gefährdet

Streuobstwiesen, Flüsse oder Bäche - die Liste der in Deutschland gefährdeten Biotope ist lang. 72 % der knapp 700 Biotoptypen sind hier gefährdet. Von den einheimischen Tierarten sind 33 Prozent, von den Pflanzenarten 26 Prozent bestandsgefährdet.

Taz vom 8.11.2007

Bienentod zulässig?

Honigbienen sind BioIndikatoren, die die Gesundheit der Umwelt anzeigen. In Baden und in Bayern waren 11.500 Bienenvölker mit 330 Millionen Einzelbienen an dem Gift Clothianidin gestorben. Die Dunkelziffer der toten Wildinsekten, Vögel, Amphibien und anderen Tieren ist unbekannt. Nachweislich ist der Wirkstoff Clothianidin die Ursache für diese Umweltkatastrophe. Kaum einen Monat später wird die Zulassung für Clothianidin erneuert, weil es angeblich Möglichkeiten ihrer Ausbringung gibt, welche ihre Gefährlichkeit nicht zur Wirkung kommen lassen. Clothianidin ist laut eigenen Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sehr giftig für Wasserorganismen, giftig für Nutzorganismen, Algen, Insekten, Fische und Vögel - und für den Menschen.

Quellen: Informationsdienst Wissenschaft

Fast über Nacht waren ein Viertel der Bienenvölker verschwunden

In den USA verschwanden 2007 fast über Nacht rund 600.000 Bienenvölker  - knapp ein Viertel der gesamten Population. Verursacht hatte das vermutlich ein Virus, das die Tiere geschwächt hat. Weil kranke Bienen ihren Stock verlassen, um ihre Artgenossinnen nicht anzustecken, fanden die Imker nur noch Königinnen und Brut in den Waben vor. Obst- und Gemüsebauern in den USA vermeldeten Ernteverluste in Milliardenhöhe.

Quelle: Taz vom 5.4.08

Vielfalt macht sich vom Acker

Innerhalb eines halben Jahrhunderts hat sich die Zahl der Reissorten in Sri Lanka von 2.000 auf fünf reduziert. US-Amerikaner/innen können heute nur noch zwölf Apfelsorten kaufen. Ihre Urgroßeltern hatten noch die Wahl zwischen zwanzigmal so vielen Sorten. Etwa 7.000 Pflanzenarten hat der Mensch für die Nahrungsmittelproduktion kultiviert, seit er vor ein paar tausend Jahren sesshaft wurde. Nach und nach hat er durch Züchtung immer neue Sorten entwickelt und dadurch einen immensen Beitrag zur Biodiversität geleistet. Doch die industrielle Landwirtschaft hat diesen Reichtum innerhalb von Jahrzehnten zu einem Großteil vernichtet. 75 Prozent der genetischen Vielfalt der Nutzpflanzen sind bereits für immer verloren.

Und die Verarmung des Erbguts schreitet weiter voran. Fast zwei Drittel des weltweiten Legehennenbestands stammen aus zwei europäischen Betrieben. Hühner etwa werden heute so gezüchtet, dass gewünschte Merkmale wie das Legen vieler Eier oder rasches Muskelwachstum nicht vererbt werden können.

 Quelle: Taz vom 5.4.08

Bedrohungslage

Weltweit sind laut IUCN (The World Conservation Union) mehr als 16.000 Arten vom Aussterben bedroht, darunter etwa ein Viertel aller Säugetiere, ein Drittel aller Amphibienarten und 12 Prozent der Vogelarten.

Quelle: Nord-Süd-Info-Dienst 96-08

Deutschlands gefährdete Pflanzenarten

Von den rund 3.000 Farn- und Blütenpflanzen in Deutschland ist fast jede dritte gefährdet. 118 Arten sind vom Aussterben bedroht.

Taz vom 8.11.2007

Mehr als ein Drittel ...

... der in Deutschland beheimateten Säugetier- und Vogelarten sind in ihrem Bestand gefährdet, jede achte Säugetierart bereits ausgestorben oder verschollen. Auch bei den Pflanzen ist bereits fast jede dritte Art gefährdet. Ursachen für die Gefährdung sind der Verlust des Lebensraumes, die Zerstörung von Standorten und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung.

 

(vista verde news  4.7.05)

Kaum noch zusammenhängende Naturräume

Unzerschnittene verkehrsarme Räume von mindestens 100 Quadratkilometer Größe kommen nur noch auf 23 Prozent der Landesfläche vor, in Nordrhein-Westfalen sind es noch 3 Prozent, in Mecklemburg-Vorpommern dafür 54 Prozent.

Taz, 8. November 2007

Rund 2000 der weltweit 10 000 Vogelarten

...  sind in ihrem Bestand gefährdet. Im Jahre 2005 sind 175 Vogelarten dazu gekommen. Außer die Jagd - in Europa werden in jedem Jahr mehr als  100 Millionen Wildvögel abgeschossen - sind die Gründe eine Landwirtschaft mit ihrer radikalen Unkrautvernichtung, aber auch Verkehr, Tourismus und Abholzung von Wäldern.

Quelle: Berliner Zeitung, vom 13.8.2006

Eisbärbestände schrumpfen

Nach WWF-Angaben waren im Jahr 2005 die Bestandszahlen von fünf Eisbär-Populationen rückläufig, innerhalb von nicht einmal vier Jahren hat sich die Zahl auf acht erhöht. Damit schrumpfen Zweidrittel der zwölf wissenschaftlich untersuchten Eisbärbestände. Sollte sich die derzeitige Entwicklung ungebremst fortsetzen, könnte die Zahl der Eisbären im Jahr 2050 um mindestens 30 Prozent niedriger liegen als heute.

Große Gebiete wären dann „Eisbärfreie Zonen“. Verantwortlich dafür ist nach Meinung des WWF der menschenverursachte Klimawandel, der das Ökosystem der Arktis im rasanten Tempo verändere. Eisbären sind bei der Jagd auf ihre Hauptnahrungsquelle, die Robben, auf Packeis angewiesen. Durch die globale Erwärmung zieht sich das Meer-Eis in immer größerem Maße und über immer längere Zeiträume im Jahr zurück. 

Quelle: WWF Webpräsenz vom 22.07.09

Versauerung der Meere gefährden Meeresökologie

Die Gefahr wächst, dass die Meere mit der steigenden Kohlendioxidaufnahme saurer werden können, mit bisher nicht berechenbaren Auswirkungen auf Kalk bildenden Organismen wie Korallen, Muscheln und Schnecken, die für die Meeresökosysteme wesentlich sind. Diese neue Bedrohung wirkt auf Küsten und Meere, die schon durch zu hohe Schad- und Nährstoffeinträge, Plastikmüll, Rohstoffabbau, Umgestaltung der Küsten und Flussmündungen und immer mehr Unterwasserlärm stark belastet sind.

Quelle: BfN Pressemitteilung 30.04.08

In den US-Flüssen drohen die Weichtiere auszusterben

Süßwasser-Weichtiere wie Schnecken oder Muscheln zählen in Nordamerika zu den am stärksten bedrohten Tierarten. Zwischen 1920 und 1970 sind in Alabama in dem Fluss Coosa knapp siebzig verschiedene Arten von Süßwasserschnecken zugrunde gegangen, außerdem zahlreiche Muschel- und Fischspezies.

Als Gründe werden die Errichtung kurz aufeinander folgender Staudämme genannt, die nur kleine Abschnitten der ursprünglichen Flusslandschaft übrig lassen. Fische, Muscheln, Schnecken und Flusskrebse sind aber auf fließendes Wasser angewiesen. Ablagerungen von Schlamm und feinen Sand, der sich in den Flüssen ablagert bedrohen die Weichtiere. Hinzu kommt die Belastung der Gewässer mit Chemikalien.

Die Tiere sind in den USA die Tierarten, die am dringendsten geschützt werden müssen. Zum Vergleich: Von den amerikanischen Vögeln sind 14 Prozent aller Arten vom Aussterben bedroht, bei den Reptilien sind es 18 Prozent. Die Süßwasser-Muscheln aber liegen mit 70 Prozent weit darüber. Doch Umweltschutzorganisationen haben es nicht immer leicht, Spenden zu sammeln für eher unscheinbare Lebewesen.

Muscheln und Schnecken sind nicht keine "charismatische Megafauna" wie Eisbären, Elefanten oder Gorillas. Muscheln und Schnecken sind stumm, sie leben unter Wasser. Sie haben zwar interessante Lebensgewohnheiten, und viele von ihnen können 80 bis 90 Jahre alt werden, zumindest die Muscheln. Aber es ist nicht leicht, die Menschen dafür zu begeistern.

Der Umweltverband "the Nature Conservancy" richtet deshalb zusätzlich zu den Schutzgebieten kleine Parks und Wanderwege am Flussufer ein.

Quelle: Deutschlandfunk Umwelt und Verbraucher 16.07.08

Greenpeace fordert, den Konsum von Aal ...

... zu verbieten. Nach einer dreijährigen Reise durch den Atlantik aus der Saragossasee vor den Küsten Floridas kommt Aal an den Küsten Frankreichs und Spaniens als junger Glasaal an. Mit ihm kann bis zu 600 Euro pro Kilo verdient werden. Für ausgewachsene Gelb- oder Blankaale, die es bis in die Binnengewässer geschafft haben bringen lediglich zwölf Euro pro Kilo. Glasaal ist vor allem in Asien beliebt. Er kann nicht gezüchtet werden.  Nur etwa 30 Prozent der Glasaale   können ihren natürlichen Wanderweg flussaufwärts in die europäischen Binnengewässer fortsetzen, wo sie zwischen 5 und 25 Jahren leben. Danach treten sie ihre lange Reise zurück in die Saragossasee, wo sie laichen und dann sterben.

Die Zahl der Glasaale sinkt. Wurden Mitte der 90er Jahre noch 900 Tonnen pro Jahr gefischt, sind es 2006 nur noch 100 Tonnen.

In zwei bis drei Jahren könnte Aal in Europa ausgestorben sein. Außer Überfischung setzt der Klimawandel dem Glasaal zu, der zu veränderten Strömungsverhältnissen und Oberflächentemperaturen führt. In den 80er Jahren entwichen zudem Parasiten aus japanischen Aquakulturen.  Zudem zerschreddern Wasserkraftwerke eine große Anzahl Aale. 

Die Bundesforschungsanstalt für Fischerei fordert eine Regulierung des Glasaalexports nach Asien um zu erreichen, dass mindestens 40 Prozent der Glasaale zu Blankaalen werden können. Das entspräche dem  Zustand der 1950er Jahre.

Als bedenkenlos zu verspeisende Alternative zum Aal nennt Greenpeace Karpfen, Hering, Seelachs und Makrele.

Quelle: Taz vom 17. April 2007   

Mehr Infos zur Verwüstung der Meere ...

US-Behörden verhängen erstmals

ein Fangverbot für Lachse.

Der plötzliche und dramatische Rückgang des vor der kalifornischen Küste beheimateten Chinook-Lachses führt dazu, dass die US-Bundesregierung den diesjährigen Lachsfang an der Westküste komplett verboten hat. Es sei das erste derartige Fangverbot seit Beginn der kommerziellen Fischerei vor 160 Jahren.

In den vergangenen vier Jahren waren jeden Herbst durchschnittlich 475.000 Lachse zum Laichen in den Sacramento River zurückgekehrt. Im letzten Herbst bemerkten Fischer und Wissenschaftler, dass die Zahl auf knapp 90.000 gesunken war. Experten befürchten, dass sich der Bestand in diesem Jahr halbieren könnte. Wissenschaftler der US-Klimabehörde National Oceanic and Atmospheric Administration vermuten, dass eine Veränderung der Wassertemperaturen und des Nährstoffangebots im Pazifik die Entwicklung der jungen Lachse beeinträchtigt.

Umweltschützer sehen die Verantwortung für den Kollaps auch bei der Bush-Administration. Die habe dem Druck der Agrarlobby nachgegeben und die Umleitung großer Wassermassen auf Großfarmen im Sacramento-Flußdelta gestattet. Insgesamt sei die für Bewässerungszwecke abgezwackte Wassermenge in den vergangnen fünf Jahren um 20 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum habe sich die Lachspopulation drastisch verringert. Aufgrund des Wassermangels könnten die Babylachse nicht mehr bis in den Pazifik gelangen, hinzu kämen möglicherweise Belastungen etwa durch große Mengen an Pestiziden im Flusswasser.

Neben dem Sacramento-Flußdelta sind nach Angaben von US-Medien zwei weitere Küsten-Ökosysteme bedroht. Im Becken des Klamath-Fluß kam es bereits 2005 und 2006 zu einem bedrohlichen Kollaps der Fischpopulationen. Im gigantischen Columbia-Snake River Basin gelten verschiedene Lachsarten bereits als bedroht. In beiden stark bewirtschafteten Gebieten, so Umweltexperten, habe die Bundesregierung jeweils den Wünschen der Energie- und der Agrarindustrie nachgegeben.

Quelle: Taz vom 13.05.08

Wunderwerk der Evolution und Nahrungsgrundlage des Kabeljaunachwuchses vom Klimawandel bedroht

Im Sommer gibt es in der Nordsee nicht nur für die wenige Millimeter großen Ruderfußkrebse mit den langen, zur Seite stehenden Antennen viel zu fressen. Die meisten ihrer Feinde haben dann ebenfalls zahlreiche Futteralternativen. Im Herbst, wenn es für den calarius finmarchicus immer gefährlicher wird,  treiben die jüngeren Ruderfußkrebse mit der Strömung westwärts in den offenen Atlantik. An einer Stelle, wo das Wasser in 1000 Meter Tiefe fast den Gefrierpunkt erreicht, sinken sie ab und halten in dem nur selten von anderen Lebewesen durchstreiften Gebiet ihren Winterschlaf. Im Frühjahr steigen sie wieder auf und dank günstiger Strömung treiben die Eier nach der Paarung  zurück in die Nordsee.

Doch in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Ruderfußkrebse deutlich reduziert. Zum einen ist die kalte Wassermasse geschrumpft, in der die Tiere überwintern können, zum Zweiten sind die Winde unzuverlässiger geworden, so dass weniger Eier die Nordsee erreichen. Das ist nicht nur ein Problem für die Calanus, auch der Kabeljaunachwuchs darbt, weil die Krebse seine Hauptnahrung sind.

Quelle: Anette Jensen: "Bestandsaufnahme im Schlamm", Taz vom 14.04.08

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Turmfalken-Brutpaare ...

.... um mehr als die Hälfte zurückgegangen und in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben die Bestände um mehr als 20 Prozent abgenommen. Vor allem Modernisierung und Sanierung von Gebäuden verengen den Lebensraum des Turmfalken, der gern in Gesteinsnischen auf Kirchtürmen oder an maroden Häuserwänden brütet.

Quelle: Der Rabe Ralf Juni/Juli 07

Klimawandel und Flächenfraß fördern Artenschwund

Bis zum Jahr 2050 werden die Lebensräume von mindestens 400 Vogelarten um mehr als die Hälfte schrumpfen. Forscher der University of California San Diego kamen zu dem Ergebnis, nachdem sie Szenarien des Millennium Ecosystem Assessment (MA)  zur künftigen Flächennutzung von Landwirtschaft und dem Einfluss des Klimas auf Vegetationstypen mit Angaben zum weltweiten Vorkommen der Vogelarten kombiniert hatten.  In den höheren Breiten bedroht vor allem der Klimawandel, in den Tropen eher Waldvernichtung die  Vogelwelt.

ND vom 11.07. 2007