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Kampf gegen Zwangsarbeit und Ausbeutung von Kindern in Usbekistan

Usbekistan ist Zentralasiens größter Baumwollproduzent und ein bedeutender weltweiter Akteur in der Industrie.

Der Arbeitstag auf den Baumwollfeldern beginnt um 6:00 Uhr nach einem hastigen Frühstück, bestehend aus Brot, Tee und Zucker. Gearbeitet wird zehn bis elf Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Der lohn deckt kaum das Existenzminimum.

Zu den Erwerbstätigen gehören viele zwangsverpflichtete Schüler, Studenten. In manchen Provinzen des Landes plagen sich Kinder, jünger als Zwölf, auf den Feldern.

Rund ein Drittel der jeweiligen Erwerbstätigen ist an den Baumwollhandel gebunden. Die lukrativeren Arbeiten in Russland, Kasachstan und anderen Ländern leeren zunehmend den Arbeiter-Pool. So kommt es zu Zwangsarbeit.

Seit 2008 haben viele Einzelhändler wie Tesco oder GAP die usbekische Baumwolle boykottiert. So kam es, das der Usbekistan Premierminister ein Abkommen gegen Kinderarbeit verabschiedete. Das Land hat das Mindestalter auf 16 beschränkt, um die Schulen dazu zu ermächtigen ältere Schüler auf die Felder zu schicken.

Im Nachbarland Tadschikistan haben Behörden veranlasst, dass Schulen nicht mehr für mehrere Monate geschlossen werden, damit Schüler auf Baumwollplantagen aushelfen können. Stattdessen verbringen die Schulkinder nur noch halbtags und am Wochenende ihre Zeit auf den Feldern. Sie werden nicht mehr gezwungen, auf den Plantagen zu arbeiten. Sie können freiwillig gehen.

Allerdings zeigen Belege das Gegenteil. 56 Studenten wurden letztes Jahr von der Universität in Khujand vertrieben, nur weil sie nicht bei der Baumwollernte-Kampagne teilnehmen wollten.

 

Quelle: blog gegen Kinderarbeit 13.10.08