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Westroute der Weißstörche

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Future-Links Niger

 

 

"Wir werden uns nicht

vom Wind wegfegen lassen!"

El Hadj Amirou Moussa Soussou,

Dorfbürgermeister von Simiri

Nachhaltige Entwicklung in Niger

Fragile Bedingungen der Landnutzung

Die Republik Niger ist das größte Flächenland Westafrikas und besteht zu 2/3 aus Wüste und Halbwüste. Seit 1995 ist Niger Mitglied der Staaten, die die Konvention für Biodiversität unterschrieben haben.

Für die landwirtschaftliche Nutzung steht von einer Gesamtfläche von 1,2 Mio qKm nur eine geringe Fläche des Landes zur Verfügung (ca. 3% für Ackerbau und 10% für extensive Viehwirtschaft). Der massive Bevölkerungsanstieg hat dazu geführt, dass die Brachezeiten der Felder verkürzt werden. Zugang zu Wasser ist ein großes Problem geworden. Jenseits der nördlichen agronomischen Trockengrenze in den Weidegebieten der nomadischen Viehhaltergruppen werden zunehmend Felder gebaut, die die Konflikte zwischen ethnischen Gruppen erhöhen.

Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass Viehhaltergruppen sich an Wasserstellen ansiedeln, welches eine Verarmung der Böden zur Folge hat. Der Baumbestand Nigers ist vor allem durch den täglichen Brennholzbedarf gefährdet. Es wird geschätzt, dass pro Kopf und Jahr in Niger ca. 300 Kg Holz verbraucht werden. Es hat Versuche gegeben, durch die Einführung von alternativen Öfen ("foyers améliorés") den Brennholzbedarf zu reduzieren.

Desertifikation

Die Gebiete am Rand der Wüste sind sehr labil. In trockenen Klimazonen beschleunigt der durch den Treibhauseffekt bedingte Klimawandel die Wüstenbildung. Niger zählt zu den Ländern der Sahelzone, das durch die rasche Verwüstung der Umwelt stark betroffen ist.  Die Indikatoren der fortschreitenden Wüstenbildung sind vielschichtig. Die Gefahr der Desertifikation ist im Niger ein ernst zu nehmendes Problem und viele der im Niger ansässigen Entwicklungshilfeorganisationen versuchen mit Programmen wie der gemeinschaftlichen Nutzung natürlicher Ressourcen und Weidemanagement, einen Beitrag zu leisten. 2006 war das internationale Jahr der Wüsten und Desertifikation.

Quelle Webseite LIS Niger 25.03.08

 

Baumschulen gegen Erosion

Aber die Menschen kämpfen gegen die fortschreitende Wüstenbildung und für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen. Sie bilden Baumschulgärtner aus. Örtlichen Anti-Erosionsprogramme klären die Bevölkerung  über die Folgen der  Abholzen von Bäumen auf.

Die Gegend um Dan Saga, einem Dorf am Rande der Sahara, war in den 70er und 80er Jahren noch kahl und es gab schreckliche Dürren. Um mehr Land für den Ackerbau zu gewinnen, hatten die Bauern immer mehr Bäume gefällt.

Auf verlassene Felder spontan nachwachsenden Baumsprösslinge ermutigten die Bauern, ihre Fehler zu korrigieren. Sie begannen eine systematische Wiederaufforstung.  Nun spenden Neembäume Schatten und liefern Heilkräfte gegen hohem Blutdruck und beginnender Zuckerkrankheit.  Aus den Blättern des Baobab lässt sich Soße kochen. Die Wurzeln des Gaobaums, einer Akazienart, fixieren die Böden. Herabgefallenes Laub dient als Humus. Die Gaoblätter dienen auch als Viehfutter. Zweige werden auf dem Markt als Brennholz verkauft. Schließlich konnte die Menge an geernteten Hirse pro Hektar um mehr als das Doppelte gesteigert werden.

So wie in Dan Saga ergrünt es vielerorts am Rand der Wüste. Der Vergleich von Satellitenfotos zeigt, wie in den vergangenen 25 Jahren auf mehr als 50.000 Quadratkilometern Bäume gewachsen sind - einer Fläche so groß wie Niedersachsen. Man schätzt, dass 65 Millionen Bäume angepflanzt wurden. Ein großer Teil davon ist allerdings innerhalb von ein paar Jahren gestorben.

Doch  200 Millionen wild gewachsene Bäume werden von Bauern auf den Feldern gepflegt.I mmer mehr Bäume scheinen sich an die härter werdenden Bedingungen anzupassen, selbst wenn sie dafür mitunter Hilfe benötigen. Große Strecken entlang der Autostraße, die von Westen nach Osten quer durch Niger führt, sind von hohen Bäumen flankiert. Ebenso oft sieht man junge Schößlinge, die mit Strohmatten gegen hungrige Ziegen geschützt werden.

Wissenschaftler der Universität der Hauptstadt Niamey, welche die Begrünung erforscht hatten, betonen, dass Aufforstungmaßnahmen dann Erfolg versprechen, wenn die Initiativen aus der Bevölkerung selbst kommen. Hilfe von auße sein zwar nach wie vor notwendig, solle sich aber auf die Ausbildung von lokalen Experten beschränken.

Quelle: ILONA EVELEENS in der Taz vom 25.03.08

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Nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung und Gemeindeentwicklung

HIV-AIDS-Aufklärung in Schulen und Alphabetisierungszentren