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Kasachstan: Schutz für Tengis und Kaspisches Meer

Es gibt ein Abkommen der Regierung der Republik Kasachstan und dem NABU zur Zusammenarbeit bei der Einrichtung von Biosphärenreservaten und Weltnaturerbegebieten. Kasachstan ist der siebtgrößte Flächenstaat der Erde. Der NABU hatte die kasachische Regierung bei der Auswahl und Begründung von UN-Weltnaturerbegebieten und Biosphärenreservaten beraten sowie organisatorische und technische Unterstützung geleistet.

Eine Zusammenarbeit mit Kasachstan besteht bereits seit 1993. In Kooperation mit der Universität Greifswald wurden bereits zahlreiche naturschutzfachliche Fragen bearbeitet.Mehrere Diplomarbeiten Greifswalder Studenten beschäftigten sich mit der Entwicklung der unwirtschaftlichen Ackerbrachen in der kasachischen Steppenzone und den Folgen der durch sowjetische Atombombenversuche verursachten radioaktiven Belastung im Westen Kasachstans.

Die Vereinbarung bildete auch den Rahmen für die Einrichtung eines Biosphärenreservates oder Nationalparkes im Gebiet des Tengis- und des Kurgaldschino-Sees in den Steppen unweit der neuen Hauptstadt Astana. Dieses mit 260.000 Hektar in der Größe mit dem deutschen Wattenmeer-Nationalpark vergleichbare Feuchtgebiet beherbergt unter anderem 14.000 Paare des Rosaflamingos und mindestens 300 Brutpaare des weltweit gefährdeten Krauskopfpelikans. Das bestehende Schutzgebiet wurde um eine acht Kilometer breite Pufferzone erweitert, um den Jagddruck zu vermindern und die umliegenden Steppen einzubeziehen.

Schließlich konnte der kasachische Umweltminister auch dafür gewonnen werden, sich für eine Konvention zum Schutz der Umwelt des Kaspischen Meeres einzusetzen. Durch den Zerfall der Sowjetunion wetteifern dort jetzt fünf eigenständige Anrainerstaaten um die Vergabe von Fischfanglizenzen oder bei der Aufteilung der Ölvorräte.  Gerade für den flachen nördlichen Teil des Kaspischen Meeres, einschließlich des mit Unterstützung des NABU vorbereiteten russischen Weltnaturerbegebietes Wolgadelta, wäre dies verheerend. Doch alleine hier werden 15 Milliarden Tonnen Öl vermutet, das entspricht ungefähr dem bekannten Vorkommen Kuwaits. (tt)

 

Quelle: http://www.nabu.de/nh/299/ausland299.htm