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Neue HIV-Studie
HIV-Infektionen
bei Südafrikanern im Alter zwischen 15 und 49 Jahren sind offenbar
zwischen 2002 und 2005 nur relativ geringfügig angestiegen. Dies könnte
darauf deuten, dass die Epidemie in Südafrika allmählich ihren Höhepunkt
überschreitet. Dies kann einer Untersuchung des Rats für
geisteswissenschaftliche Forschung (Human Sciences Research Council HSRC)
von 2005 entnommen werden.
Die Studie untersuchte im Auftrag der Nelson Mandela Foundation Auftreten,
Verhaltensweisen und Kommunikation in Bezug auf die Krankheit. Die
Befragung wurde vom HSRC in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen
Forschungsrat (Medical Research Council) und dem Zentrum für Entwicklung,
Erforschung und Bewertung von Aids (Centre for Aids Development, Research
and Evaluation) durchgeführt.
Der Studie zufolge sind etwa 10,8 % der Südafrikaner HIV-positiv. Diese
Zahlen weichen nicht sehr weit von den Ergebnissen der Actuarial Society
SA ab, die Ende November 2005 von einer HIV-Infektionsrate von 11,3 % der
Bevölkerung ausging, so dass möglicherweise jetzt verlässlichere Zahlen
zur Verfügung stehen. Bisher gab es bei den statistischen Ergebnissen in
Bezug auf HIV Abweichungen von über 20 %. Beispielsweise kam die
staatliche Statistikbehörde ebenfalls im Jahr 2005 zu einem Ergebnis von
4,5 Millionen infizierten Südafrikanern, während das
Gesundheitsministerium von 6,3 Millionen Infizierten ausgeht.
Junge Frauen und Menschen in ärmeren Gebieten sind besonders gefährdet,
und Südafrikaner haben ganz allgemein ein falsches Sicherheitsgefühl in
Bezug auf die Epidemie. Für das Jahr 2002 nahm der HSRC eine
Infektionsrate von 11,4 % an. Im Vergleich von 2002 mit 2005 ähneln sich
die Resultate bei der Altersgruppe 15 49 Jahre, mit einem Anstieg von
15,6 % für 2002 auf 16,2 % für 2005. Bei Erwachsenen im Alter von 25
Jahren und mehr betrug die HIV-Infektionsrate 15,6 % für 2005 und 15,5 %
für 2002. Bei Menschen zwischen 15 und 24 Jahren war jedoch ein deutlicher
Anstieg zu verzeichnen, mit 10,3 % im Jahr 2005 gegenüber 9,3 % für 2002.
Bei Kindern zwischen 2 und 14 Jahren ist die Infektionsrate gesunken
(2005: 3,3 %; 2002: 5,6 %), aber es leben etwa 5,1 % der Kinder im Alter
von 2 4 Jahren und 4,4 % der Kinder zwischen 5 und 9 Jahren mit HIV.
Südafrikanische Frauen stecken sich leichter an als Männer, und diese
Tendenz hat zugenommen. Die Wahrscheinlichkeit für Frauen zwischen 15 und
24 Jahren, sich mit HIV zu infizieren, ist viermal größer als die für
Männer derselben Altersgruppe. Insgesamt schätzt die Untersuchung die
HIV-Rate für Frauen auf 13,3 % und für Männer auf 8,2 %.
Die Untersuchung belegt die sozioökonomischen Unterschiede in der
Bevölkerung. Einwohner von Squatter Camps (illegalen Siedlungen informal
settlements) haben die höchste HIV-Infektionsrate in Südafrika: 25,8 % in
der Altersgruppe 15 49, im Vergleich zu 17,3 % in ländlichen illegal
besiedelten Gebieten und 13,9 % in genehmigten Wohnsiedlungen (formal
settlements) in städtischen und ländlichen Gebieten.
29 % der Befragten über 50 Jahre und fast ein Fünftel der Menschen im
Alter von 12 - 14 waren sich nicht sicher, ob HIV Aids verursacht.
An der HSRC-Untersuchung von 2005 nahmen 23 275 Menschen teil, und hiervon
ließen 15 851 Teilnehmer aller Bevölkerungs- und Altersgruppen (mit
Ausnahme von Babys unter zwei Jahren) einen HIV-Test vornehmen und ließen
sich zusätzlich befragen. Im Jahr 2002 waren die Teilnehmer- und die
Testzahlen deutlich niedriger
Quelle:
www.suedafrika.org: Batho Pele Newsletter 11/12 05 |